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Rentnerin fliegt nach 37 Jahren aus ihrer Wohnung – damit ein Grünen-Politiker einziehen kann

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Von: Johannes Nuß

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Nach 37 Jahren soll eine Rentnerin in Berlin ihre Wohnung verlassen – für einen Grünen-Politiker. (Symbolfoto) © Felix Kästle/dpa und penofoto/Imago

Nach 37 Jahren soll eine Rentnerin ihre Wohnung verlassen, weil der Vermieter für seinen Sohn Eigenbedarf angemeldet hat. Der will Karriere bei den Grünen machen.

Berlin – Der erste Satz im Grundsatzprogramm der Grünen lautet: „Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit.“ Allzu ernst nimmt dieser Tage ein 19-jähriges Parteimitglied, Fridays-for-Future-Anhänger und künftiger Politik-Star am Berliner-Abgeordneten-Himmel diese Worte offensichtlich nicht. Denn, weil er künftig in ihrer Wohnung leben will, muss eine 68-jährige Rentnerin nach 37 Jahren ihr geliebtes Zuhause verlassen. Zuerst berichtet über den Fall hatte die taz.

Rentnerin muss Wohnung verlassen: Eigenbedarf angemeldet, Karriere bei den Grünen geplant

Das ganze fußt auf einem Wohnungskauf aus dem März 2021. Damals hatte der Vater des jungen Grünen – es soll sich um einen bekannten Fernsehfilmproduzenten handeln – sich eine schicke Eigentumswohnung in Berlin gekauft. Kurz darauf, im Juni, so übermittelt es die taz, hat eben dieser Produzent seiner Mieterin die Kündigung geschickt. Die wollte selbstverständlich nach 37 Jahren nicht so einfach aus ihrem geliebten Zuhause ausziehen und wehrte sich vor Gericht – ohne Erfolg. Das berichtet 24hamburg.de.

Das völlig irrwitzige: Die Begründung der Klage auf Eigenbedarf in Papis Eigentumswohnung beruhte auch noch ausgerechnet auf der vorgegebenen Tatsache, dass der junge Mann zukünftig Karriere bei den Grünen machen wolle, Klimaaktivist sei und nun in Berlin studieren wolle. Klingt nicht sonderlich sozial – Recht bekam der junge Mann vor dem Amtsgericht in Berlin-Kreuzberg trotzdem. Die Rentnerin muss nun bis Jahresfrist ihr Zuhause nach 37 Jahren verlassen und sich eine neue Bleibe suchen.

30.000 Euro für Rentnerin – Anwalt: Moralisch unter aller Kanone

Die Gegenseite glaubt kaum ein Wort von dem, was die Vermieter-Seite vor Gericht vorgetragen hat, sagt Anwalt Benjamin Hersch, der die Mieterin vertrat. Zumindest zweifelt man es stark an, was allerdings schwerlich zu überprüfen ist. Vertreten wurde der junge Mann durch einen Anwalt seines Vaters.

Immerhin wurden der Rentnerin vor Gericht noch 30.000 Euro zugesprochen, trotzdem verliert sie jetzt ihr Zuhause. Man habe das Beste aus der Geschichte herausgeholt, wird der Anwalt im Bericht zitiert. Moralisch allerdings, sei dies unter aller Kanone.

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