Rettungsgasse: Hessen plant, mit Bannern zu informieren

Stau auf der Autobahn. Plötzlich ist das Martinshorn zu hören, dann sind im Rückspiegel Blaulichter zu sehen. Wohin ausweichen? In Hessen sollen jetzt Banner darüber informieren.

Ein Einsatz am 18. Juli 2014 veranlasste Feuerwehrmann Michael Ehresmann, eine Kampagne ins Leben zu rufen. An diesem Tag kam es zu einem Lkw-Brand auf der A3 zwischen Frankfurt und Köln. Dieser konnte zwar schnell gelöscht werden. Allerdings bildete sich ein kilometerlanger Stau - und das bei über 35 Grad. 4000 Personen saßen in ihren Autos fest. Die Helfer konnten sich keinen Weg zu den Menschen in ihren Autos bahnen, die unter der Hitze litten. Denn die Rettunggasse fehlte.

Immer wieder kommt es deutschlandweit zu solchen Vorfällen, die wertvolle Zeit kosten. Zahlen, wie häufig ein Rettungseinsatz dadurch verzögert wird, gibt es nicht, teilte der ADAC mit. „Das geschieht nicht aus böser Absicht, die Leute wissen es nicht besser“, sagt Berufsfeuerwehrmann Ehresmann. Das bestätigt auch die jüngste Umfrage des ADAC: Nur die Hälfte der 800 Befragten wusste, wie man sich im Ernstfall richtig verhält.

Wegen des Vorfalls aus dem vergangenen Jahr rief der Ehresmann eine Initiative ins Leben, um in Wiesbaden und darüber hinaus über die Rettungsgasse aufzuklären. Große Banner sollten an Autobahnen über das richtige Verhalten informieren. Auch die hessische Landesregierung wollte er ins Boot holen. Nach erster Weigerung haben sich Verkehrs- und vor allem das Innenministerium die Idee jetzt zu eigen gemacht. Bereits Ende der Sommerferien könnten für den Rückreiseverkehr erste Banner hängen, sagte Marco Kreuter, Sprecher des hessischen Verkehrsministeriums. In Niedersachsen hat die Polizeidirektion Hannover wegen der Wissensdefizite eine Info-Kampagne gestartet. Sie verteilt Handzettel an den Rastanlagen der A7 und der A2.

Die jüngeren Autofahrer wüssten meistens, wie sie sich im Stau zu verhalten haben, sagt Helmut Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des Landesverbands der Hessischen Fahrlehrer. Die Regeln sind Bestandteil der Ausbildung. „Ich will keinem auf den Schlips treten, aber häufig haben die erfahrenen Fahrer Wissenslücken“, sagt er.

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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