Nach Unstimmigkeiten mit Italien

Nach Flüchtlingsdrama mit zwei Toten: Rettungsschiff in Mallorca eingetroffen

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Aus dem Meer gerettet: Diese Frau überlebte als einzige von drei Flüchtlingen den Untergang eines Plastikbootes.

Die einzige Überlebende eines Flüchtlingsdramas auf dem Meer und ihre beiden verstorbenen Begleiter sind nun in Mallorca eingetroffen. Ein NBA-Star übt schwere Kritik an der libyschen Küstenwache.

Update 21. Juli: Ein Rettungsschiff mit einer Migrantin und zwei Leichen an Bord ist in Mallorca eingetroffen. Die „Open Arms“ sei nach viertägiger Fahrt am Samstag in den Hafen von Palma eingelaufen, teilte der Gründer der spanischen Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, auf Twitter mit. Italiens rechte Regierung hatte der NGO zwar einen Hafen zum Anlanden zugewiesen. Rom wollte sich allerdings nur um die Überlebende, nicht aber um die Toten der Flucht über das Mittelmeer kümmern. Daraufhin steuerte Proactiva Spanien an.

Die vor der libyschen Küste geborgene Migrantin aus Kamerun wurde zunächst auf dem Schiff ärztlich und psychologisch untersucht und betreut, wie die Regionalbehörden der Balearen mitteilten. Anschließend habe das Rote Kreuz die Frau namens Josefa zur weiteren Betreuung in ein Krankenhaus in Palma gebracht, hieß es. Sie leide an Unterkühlung und Dehydration.

Palma - Das Rettungsschiff „Astral“ einer spanischen Hilfsorganisation mit einer geretteten Migrantin und zwei Leichen an Bord wird am Samstag auf Mallorca erwartet. Italiens rechte Regierung hatte der NGO Proactiva Open Arms zuvor zwar einen Hafen zum Anlanden zugewiesen - allerdings nur angeboten, sich um die Überlebende, nicht aber um die Toten der Flucht über das Mittelmeer zu kümmern. Daraufhin entschied Proactiva, Spanien anzusteuern.

Weil die Fahrt nach Mallorca wesentlich kürzer sei als die zum Festland, habe die Regierung der Balearen Unterstützung angeboten, berichtete das „Inselradio Mallorca“ am Donnerstag. Balearen-Ministerpräsidentin Francina Armengol kündigte auf Twitter Hilfe und Solidarität für die Überlebende aus Kamerun und die Helfer an. „Es darf weder Gleichgültigkeit geben noch dürfen wir in die andere Richtung schauen. Lasst uns jetzt handeln!“, schrieb die Politikerin.

Überlebende und Leichen inmitten der zerstörten Überreste ihres Plastikbootes entdeckt

Proactiva geht davon aus, dass die libysche Küstenwache die drei Flüchtlinge nach einer Rettung im Meer zurückgelassen hat, weil sie sich geweigert hatten, nach Libyen zurückgebracht zu werden. Die Retter der „Astral“ entdeckten die Überlebende und die beiden Leichen - eine Frau und ein Kind - inmitten der zerstörten Überreste ihres Plastikbootes.

Der spanische Basketballstar Marc Gasol, der bei der Rettungsaktion mit an Bord war, zeigte sich entsetzt. Die drei Migranten seien in einer „unmöglichen Situation“ zurückgelassen worden. Die libysche Küstenwache habe „unmenschlich und kriminell“ gehandelt, er selbst verspüre große Wut und Hilflosigkeit, sagte der Sportler, der für den NBA-Klub Memphis Grizzlies spielt.

Nennt das Verhalten der libyschen Küstenwache „unmenschliche und kriminell“: NBA-Profi Marc Gasol war bei der Rettungsmission dabei.

dpa

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