Klimapolitik im Fokus

YouTuber Rezo attackiert Union erneut – und appelliert an Wählende

YouTuber Rezo meldet sich vor der Bundestagswahl 2021 mit einem neuen Video zu Wort und greift die Union scharf an. Im Fokus steht die Klimapolitik der Regierung.

Aachen/Kassel – Kurz vor der Bundestagswahl 2021* hat sich der YouTuber Rezo erneut in den politischen Diskurs eingeschaltet. Unter jungen Menschen gilt der gebürtige Wuppertaler spätestens seit seinem im Mai 2019 veröffentlichten Video „Zerstörung der CDU“ als eine politisch relevante Stimme.

Erst vor einigen Tagen veröffentlichte Rezo ein weiteres Video mit dem Titel „Inkompetenz“, in dem er insbesondere die Union scharf kritisierte. Nun erschien ein zweiter Teil, in dem sich der 29-Jährige an der Klimapolitik der großen Koalition abarbeitete – und dabei kein Blatt vor den Mund nahm.

„Wir werden in diesem Video sehen, dass die aktuelle Regierung nicht nur in ihren eigenen Zielen scheitert, sondern auch verfassungswidrige Gesetze beschließt und sogar Fortschritt aktiv verhindert“, erklärte der YouTuber. Anschließend wurden in dem Video alle Parteien durchleuchtet. Die meiste Kritik, so Rezo, richte sich aber gegen die Union.

Rezo greift CDU-Politikerinnen und Politiker an: „Auf demselben Level wie andere Aluhutträger“

Wie man es von dem Blogger mittlerweile gewohnt ist, besteht das Video aus Elementen wie häufig eingeblendeten Bildern, kurzen Videosequenzen und schnellen Schnitten. Dabei versuchte Rezo weniger, einfach Missstände aufzudecken, sondern arbeitete stattdessen mit einer Vielzahl an Quellen zum Klimawandel. Er berief sich unter anderem auf deutsche Medienberichte und das Umweltbundesamt. Zugleich erläuterte Rezo, dass alleine in Australien Waldbrände eine Fläche vernichtet haben, die in etwa der Hälfte von Deutschland entspricht. 500 Millionen Tiere sollen an den Folgen des verheerenden Feuers gestorben sein.

Youtuber Rezo hat ein neues Video zur Klimapolitik veröffentlicht. Darin kritisiert er vor allem die Union.

Der YouTuber attackierte die sogenannte Werteunion, die er als Untergruppe der CDU bezeichnete, da diese „sich ganz bewusst gegen wissenschaftliche Erkenntnisse“ stelle. „Wenn man diese sicheren Erkenntnisse dann leugnet, dann ist man kein Skeptiker oder Hinterfrager, dann ist man auf demselben Level wie andere Aluhutträger, die meinen, dass Bill Gates kleine Kinder isst“, erklärte Rezo weiter.

Darüber hinaus kritisierte er die angebliche Nähe zwischen vielen Unions-Politikerinnen und Politikern und dem Energiekonzern RWE. Es sei problematisch, dass zu viele Parteimitglieder eng mit „reichen Unternehmen“ zusammenarbeiten, „die ein großes finanzielles Interesse daran haben, dass wir die Klimakrise weniger bekämpfen.“ Solche engen Verbindungen seien bei CDU und CSU besonders ausgeprägt. Im Juni lud Rezo Armin Laschet zu einer Diskussionsrunde mit Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) ein, der lehnte allerdings ab.

Neues Rezo-Video erklärt CO2-Ausstoß von Deutschland – Kritik an Union und Olaf Scholz

Zudem entkräftete Rezo das Argument, nachdem China ein deutlich schlimmerer CO2-Produzent als Deutschland sei, in dem er auf die Verhältnisse aufmerksam machte. Während Chinas Anteil am CO2-Ausstoß etwa 13 Prozent beträgt, liegt der Anteil von Deutschland bei 5,5 Prozent – dabei hat China circa 17 Mal mehr Einwohner als die Bundesrepublik. Alleine im Jahr 2019 hat Deutschland etwa doppelt so viel CO2 produziert wie ganz Afrika.

PseudonymRezo
BerufWebvideoproduzent, Musiker und Kolumnist
GeburtsortWuppertal
Gründung des YouTube-Kanals17. September 2015

Passend dazu erinnerte der YouTuber daran, dass exakt drei deutsche Parteien sowohl gegen den im EU-Parlament beschlossenen Klimanotstand als auch gegen weitere Vorhaben, mehr gegen die Klimakrise zu tun, gestimmt haben: die CDU, die AfD und die FDP. „Ihr seht, da gibt es so ein bisschen Grüppchenbildung“, sagte Rezo.

Dabei berief er sich auf „praktisch alle“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie das „fucking Bundesverfassungsgericht“, die zu dem Entschluss kamen, dass das „Klimapaket“ von CDU und SPD nicht ausreiche. „Also nicht so: Es ist ein Ticken zu wenig, sondern es ist unfassbar zu wenig.“ Dabei rügte Rezo den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, der das ursprüngliche Gesetz sogar noch weiter entschärfen wollte. Die große Koalition habe einen Fortschritt aktiv verhindert. „Woher eine so realitätsferne Politik kommt, weiß ich nicht“, sagte der bedrückt wirkende Rezo.

Neben Kritik an Union: Rezo appelliert an ältere Wählerinnen und Wähler

Weiter richtete sich Rezo in dem Video an Menschen über 50 Jahre: „Wenn du Kinder hast, wenn du Enkel hast, dann willst du sie auch schützen. Natürlich willst du das. Aber das hilft alles nichts, solange du dafür wärst, dass man ja so weitermachen könnte, wird irgendwie klappen. Nee, wird es nicht.“ Der 29-Jährige gibt sich am Ende jedoch relativ versöhnlich, ruft aber auch die Opfer der jüngeren Generationen ins Gedächtnis.

Mit dem Bundestagswahl-Newsletter der HNA* verpassen Sie keine relevanten Nachrichten aus der Politik.

„Ihr, also die Älteren, entscheidet. Die über 60-Jährigen haben mehr Wahlmacht als alle unter 40. Ein Teil der Rentner entscheidet mehr über die Zukunft als alle Menschen unter 30 Jahren. Ihr entscheidet über die Zukunft der jungen Generationen. Das sind dieselben Generationen, die während der Corona-Krise ihre Freiheiten für die Älteren eingeschränkt haben“, betonte der 29-Jährige.

Weiter schließt Rezo damit ab, dass die älteren Wahlberechtigten „die Zukunft der jungen Leute in der Hand“ hätten. „Ohne euch können wir das nicht schaffen“, sagte Rezo in die Kamera. Ein dritter und letzter Teil der Anklagevideos wurde von dem Blogger bereits angekündigt. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Screenshot: Youtube/Renzo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.