Als Vorsitzender wiedergewählt

Erfolg für CDU-Chef Bouffier: 98,4 Prozent bei Landesparteitag

Rotenburg. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier wurde beim CDU-Landesparteitag in Rotenburg mit 98,44 Prozent der Stimmen als Vorsitzender wiedergewählt.

Bouffier sprach von einem außergewöhnlichen Ergebnis, das er als großen Vertrauensvorschuss wertete.

Der 62-Jährige führt die Partei seit 2010. Bei seiner vorigen Wahl 2012 hatte er 96,5 Prozent bekommen.

Aktualisiert um 14.58 Uhr.

Bei den Wahlen zu den Stellvertretern Bouffiers schnitt Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (Kassel) mit 79 Prozent erneut am schlechtesten ab. Die Ministerin für Europa und Bundesangelegenheiten Lucia Puttrich (Wetterau) erhielt 82,1 Prozent. Die größte Zustimmung mit 92 Prozent fand der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt, der erstmals für das Amt kandidierte. Er folgt auf den Bundestagsabgeordneten und früheren Bundesverteidigungs- und Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung.

Der Rheingauer Jung hatte 2000 im Zuge der CDU-Schwarzgeldaffäre als Staatsminister in Hessen sein Amt abgeben müssen. 2009, schon Arbeitsminister, trat er zurück als Folge der Kunduzaffäre in seiner Zeit als Verteidigungsminister.

CDU-Chef Volker Bouffier dankte Jung, die im Bundestag stellvertretender Vorsitzender ist, betont herzlich für seine Arbeit. Jung habe Höhen und Tiefen eines Politikerlebens erlebt, sagte Bouffier, das habe an seiner Stellung in der Landespartei nie etwas geändert. "Er war, ist und bleibt eines der besten Stücke der hessischen CDU".

Zum neuen scharz-grünen Bündnis in Hessen hatte Bouffier zuvor gesagt, in Hessen regiere erstmals eine Koalition, die Ökonomie und Ökologie in Einklang bringe. Für die Grünen war er voll des Lobes. Dass die A44 und die A49 nun zu Ende gebaut würden, sei keine Selbstverständlichkeit und den Grünen schwer gefallen, „aber es der Beweis für die Kompromissfähigkeit unseres Partners.“

Glanzvoll war die Bewerbungsrede für seine nunmehr dritte Kandidatur nicht, und auch Überraschungen waren angesichts der Koalitionsdisziplin nicht zu erwarten. Doch Bouffier gelang es einmal mehr, den richtigen Ton zu finden, um sich in einer Mischung aus Landesvater und Haudegen zu präsentieren, die die Mitglieder an ihm schätzen. Wurde seine Konsenspolitik vor der Landtagswahl von manchen CDU-Mitgliedern noch als gefährlich für die Partei erachtet, genießt er als Architekt von Schwarz-Grün höchste Wertschätzung.

Szenenapplaus bekam Bouffier, wenn er die SPD attackierte. Im Bund halte sie sich nicht an die Abmachungen der großen Koalition. Insbesondere Vize-Parteichef Ralph Stegner, den er als „Koalitionskrawallschachtel“ bezeichnete, steche dabei hervor, wenn er Gespräche mit den Linken oder „Merkel muss weg“ fordere. „Mit den Linken könnt ihr ein Land ruinieren, aber niemals erfolgreich regieren“, rief er der SPD zu.

Die Sozialdemokraten in Hessen, so Bouffier, beanspruchten die Übernahme politischer Führung, beschränkten sich aber „aufs Nörgeln. Wenn man Führung übernehmen will, muss man Flagge zeigen.“

Der alte und neue CDU-Chef beendete seine Ansprache mit einem flammenden Appell an seine Parteifreunde, für die Europa-Wahl zu werben: „Lasst Euch nicht von Kleinkram erschüttern“, Europa sei die politische Antwort auf die Folgen übersteigerten Nationalismus und die Schrecken zweier Weltkriege. Dies müsse man einer Generation vor Augen führen, die in den vergangenen 60 Jahren nie Krieg und Hunger erleben mussten.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Rubriklistenbild: © dpa

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