Rechtsnational gegen gemäßigt

Ringen um die Macht beim AfD-Parteitag

+
Demonstranten und Polizeibeamte rangeln in Hannover vor Beginn des AfD-Bundesparteitags. Foto: Peter Steffen

Rückt die AfD noch weiter nach rechts? Auf dem Parteitag in Hannover wird sich zeigen, ob der gemäßigte Teil sich in der Führung verankern kann - oder ob die Rechtsnationalen das verhindern.

Hannover - In der AfD strebt der Macht- und Richtungskampf einer Entscheidung entgegen: Heute soll auf einem Parteitag in Hannover die Führung gewählt werden. er Vorsitzende Jörg Meuthen will seinen Posten verteidigen.

Bis kurz vor Beginn des Delegiertentreffens war aber nicht klar, wer sich sonst noch um die beiden Spitzenjobs bewirbt. Neben Meuthen hat von den bundesweit bekannten Funktionären bisher nur der Berliner Landesvorsitzende Georg Pazderski seine Kandidatur angekündigt.

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, wollte eine Kandidatur gegen Pazderski zwar nicht ausschließen, legte sich bis zuletzt aber nicht endgültig fest. Pazderski, ein ehemaliger Bundeswehr-Offizier, hatte in den vergangenen Wochen vor allem im gemäßigten Lager um Unterstützung geworben.

Meuthen hat trotz seines wirtschaftsliberalen Hintergrundes viele Unterstützer im rechtsnationalen Flügel der Partei. Er leitet die AfD seit dem Ausscheiden von Frauke Petry alleine.

Politiker von SPD und Grünen bekräftigten ihre Forderung nach Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz - auch im Hinblick auf Bestrebungen einzelner AfD-Politiker, die Partei für die rechtsextreme und bereits beobachtete "Identitäre Bewegung" zu öffnen. Er sei schon immer dafür gewesen, sagte SPD-Vize Ralf Stegner dem "Handelsblatt". Der Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, hält das ebenfalls für "durchaus berechtigt".

Die Polizei rechnet während des zweitägigen Parteitages mit Straßenblockaden und Krawallen von AfD-Gegnern. Der Veranstaltungsort, das Kongresszentrum in Hannover, wird deshalb unter anderem mit Stacheldraht geschützt. Zu den beiden größten angemeldeten Kundgebungen werden rund 8500 Teilnehmer erwartet. Eine erste Demonstration mit etwa 1000 Teilnehmern blieb am Freitagabend weitgehend friedlich.

AfD-Parteitag

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.