Abgeordnete aus Göttingen

CDU-Urgestein Rita Süssmuth feiert 80. Geburtstag

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Kämpft gegen Ausgrenzung: Rita Süssmuth (80).

Sie war politische Seiteneinsteigerin und ist Querdenkerin in der CDU: Rita Süssmuth, langjährige Bundestagspräsidentin und Abgeordnete im Wahlkreis Göttingen, wird 80 Jahre alt.

Als roten Faden in ihrem Leben hat Rita Süssmuth einmal die Frage der Zugehörigkeit und der Ausgrenzung bezeichnet. Am heutigen Freitag feiert die gebürtige Wuppertalerin ihren 80. Geburtstag. Was Ausgrenzung für Menschen bedeuten kann, erlebt die langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Göttingen besonders deutlich als Gesundheitsministerin, die Mitte der achtziger Jahre mit dem damals neuen Thema Aids konfrontiert wird. Sie kämpft für Aufklärung nach der Prämisse: „Wir bekämpfen die Krankheit und nicht die Infizierten“. Inzwischen ist die streitbare Kämpferin längst Ehrenvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung.

Kaum vorstellbar heute, wie viel Überzeugungskraft Süssmuth seinerzeit braucht, die Präventionspolitik in der Kohl-Regierung durchzusetzen. In der Union wird damals noch über Zwangstests diskutiert. Und nicht nur bei diesem Thema ist Süssmuth ihrer Partei voraus: Moderne Familienpolitik, die Überzeugung, dass über Abtreibung nach der Beratung letztlich die Frau selbst entscheidet, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen - beliebt macht sich die verheiratete Mutter einer Tochter damit in der CDU nicht.

1988, nach drei Jahren als Ministerin, wird sie auf den Bundestagspräsidentenstuhl weggelobt. Sie nimmt das Amt aus Pflichtgefühl an, das ihr in den nächsten zehn Jahren viel Anerkennung bringen soll.

Begonnen hat die Erziehungswissenschaftlerin Süssmuth ihr Berufsleben an der Pädagogischen Hochschule Ruhr, zunächst in Bochum, dann in Dortmund. Als die fortschrittliche, liberale Professorin 1981 in die Union eintritt und dort schnell reüssiert, wundern sich manche Studierende - doch Süssmuth bleibt ihrer Haltung treu.

Viele Jahre später, 2002, beweist sie ihre Unabhängigkeit und übernimmt den Vorsitz der von SPD-Kanzler Gerhard Schröder ins Leben gerufenen Zuwanderungskommission. Verständnisloses Kopfschütteln bei der Union. 2015 unterstützt sie erst Merkels „Wir schaffen das“. Und dann, konsequent, Flüchtlingsinitiativen.

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