VGH Kassel: Rocker aus Frankfurt wehren sich gegen Auflösung zweier Gruppen

"Hells Angels" wollen Verbot kippen

Demo im Sommer 2012: Hells-Angels-Mitglieder marschierten in Frankfurt gegen das Verbot zweier Charter auf. Foto: dpa

Kassel. Ist das Verbot von zwei Frankfurter Gruppen der "Hells-Angels"-Rocker rechtmäßig? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Donnerstag der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel.

Die beiden Charter (Ortsgruppen) Westend und Frankfurt klagen gegen das Verbot, das Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) Ende September 2011 verhängt hatte. „Im Zentrum ihrer Tätigkeit stehen Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel“, sagte der Minister damals zur Begründung und sprach von „lupenreinem organisierten Verbrechen“.

Lesen Sie auch:

Demo gegen Hells Angels fiel aus

Rocker weihen am Samstag neues Heim ein

Hells-Angels-Zeuge bringt Hessens Polizei in Bredouille

Die beiden Frankfurter Ortsgruppen der Rockergruppe gehörten zu den bedeutendsten in Deutschland, sie hatten nach früheren Schätzungen 90 Mitglieder. Nach Einschätzung der Polizei kontrollierten sie große Teile des Frankfurter Rotlichtviertels am Hauptbahnhof.

Der Anwalt der "Hells Angels", Michael Karthal, will die Vorwürfe entkräften. Den Gruppen werde vorgehalten, gegen Strafgesetze verstoßen zu haben, unter anderem wegen Fahrens unter Alkohol. Solche Vergehen rechtfertigten aus seiner Sicht aber noch kein Verbot. „Die Vereinigungsfreiheit ist ein Grundrecht“, sagte er weiter. Es habe auch schwerere Delikte wie eine Vergewaltigung gegeben, diese aber stünden nicht im Zusammenhang mit den Vereinen. Bei einer Durchsuchung der Clubräume Ende 2011 hatte die Polizei in Frankfurt nach eigenen Angaben Vermögensgegenstände konfisziert und Beweismittel sichergestellt. Zur Verhandlung gibt es Personenkontrollen vor dem Gericht. Für den 28. Februar ist bereits ein zweiter Termin reserviert. (dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.