Nordländer wollen aber erneut Schritte gegen die kriminellen Gangs prüfen

Rockerclubs: Verbot ist in weiter Ferne

Rocker am Steinhuder Meer: Die Motorradclubs bereiten auch Experten in Niedersachsen Sorgen. Archivfoto: dpa

Hannover. Ein deutschlandweites Verbot von kriminellen Rockerclubs ist aus Sicht der norddeutschen Innenminister noch in weiter Ferne. „Ein allgemeines Verbotsverfahren ist schon aus organisatorischen Gründen kaum möglich“, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nach einer Konferenz mit seinen Kollegen der Nordländer in Hannover.

In den norddeutschen Ländern kommt es nach Erkenntnisse der Behörden zunehmend zur Neugründung von Rockergangs. „Diese stehen teilweise in direkter Konkurrenz zueinander, weshalb es immer wieder zu erheblichen Straftaten kommt“, sagte Schünemann.

Es gebe im Bereich der Rockerkriminalität sehr verschiedenartige Strukturen. „Es ist zwar zu vermuten, dass es durchaus eine Führung gibt, aber die Gruppierungen selber sind von der Vereinsstruktur eher unabhängig“, betonte Schünemann. Deshalb müsse verstärkt auf Länderebene geschaut werden, wo ein Verbotsverfahren erfolgsversprechend sei.

Zur Bekämpfung des Problems sei es für die Behörden wichtig, ein umfassendes Lagebild zu bekommen. „Für uns ist klar, dass wir immer wieder untersuchen, ob wir auch die Rockergruppierungen verbieten können“, betonte Schünemann. Das Thema stehe deswegen auch auf der nächsten Innenministerkonferenz auf der Tagesordnung.

In Hamburg wurden die Hells Angels bereits 1983 verboten. Derzeit gibt es zudem in der Bremer Bürgerschaft und im niedersächsischen Landtag Initiativen, den umstrittenen Rockerclub in Hannover zu verbieten. (lni)

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