Rösler gedenkt in Oslo der Anschlagsopfer

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Vizekanzler Philipp Rösler (r) hat als erstes deutsches Regierungsmitglied in der norwegischen Hauptstadt Oslo der 77 Opfer des Bombenanschlags und des Massakers auf der Insel Utøya gedacht.

Oslo - Erstmals nach den Anschlägen in Norwegen ist ein Mitglied des Bundeskabinetts in Oslo. Philipp Rösler gedenkt der Toten und zeigt sich beeindruckt von der Reaktion der norwegischen Gesellschaft auf das beispiellose Verbrechen.

Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) hat als erstes deutsches Regierungsmitglied in der norwegischen Hauptstadt Oslo der 77 Opfer des Bombenanschlags und des Massakers auf der Insel Utøya gedacht. Er legte im Namen der Bundesregierung vor dem Dom ein Blumengebinde aus weißen Rosen mit schwarz-rot-goldenem Band nieder. Dort ist ein großes rotes Herz auf einer Holzstange aufgestellt. Anschließend ging Rösler zusammen mit dem norwegischen Energieminister Ola Borten Moe zu den durch eine Autobombe weitgehend zerstörten Regierungsgebäuden. “Gerade hier vor Ort steht man fassungslos vor den Zerstörungen“, sagte der Wirtschaftsminister der Nachrichtenagentur dpa.

Der Anschlag von Oslo

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Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik nach dem Massaker auf der Insel Utøya telefonisch bei der Polizei ergeben. Der Rechtsradikale und Islamhasser habe unmittelbar vor seiner Festnahme von einem Handy aus eine Polizeinummer angerufen, berichtete die Osloer Zeitung “VG“ unter Berufung auf Polizeikreise. Dabei verkündete er nach der Tötung von 69 Menschen auf der Insel seine Aufgabe.

Der 32-jährige Breivik wurde Mittwoch zum dritten Mal nach seiner Festnahme im Osloer Polizeihauptquartier verhört. Man werde den geständigen Attentäter detaillierter und “konfrontativer“ über sein Vorgehen bei den beiden Anschlägen am 22. Juli befragen als bisher, hatte ein Polizeisprecher vorher angekündigt.

Bei dem nur drei Sekunden langen Telefonanruf am Ende des Massakers auf Utøya sagte der Täter nach den Angaben von “VG“: “Breivik. Kommandant. Organisiert in der antikommunistischen Widerstandsbewegung gegen die Islamisierung. Operation ausgeführt, und will sich Delta ergeben.“ Danach legte er auf und wurde eine Minute später von Angehörigen der Polizei-Eliteeinheit Delta festgenommen. Die Ermittler wollte den Wortlaut des Anrufs zunächst nicht bestätigen.

In norwegischen Städten und Dörfern wurden am Mittwoch weitere Opfer der beiden Anschläge beigesetzt. Insgesamt waren 77 Menschen ums Leben gekommen, darunter acht durch eine von Breivik im Osloer Regierungsviertel platzierte Autobombe.

Rösler betonte, er habe sehr großen Respekt dafür, wie die Norweger mit dem Signal für noch mehr Offenheit und Demokratie auf das unfassbare Verbrechen reagiert hätten. “Das zeigt, wie großartig diese Gesellschaft ist.“ Rösler führt in Oslo energiepolitische Gespräche und fährt am Freitag nach Berlin zurück.

dpa

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