Rohrkrepierer - Kommentar zur Griechenland-Hilfe als Wahlkampfthema

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat neue Rettungsmilliarden für Griechenland angekündigt und für Zündstoff im Wahlkampf gesorgt. Ein Kommentar von HNA-Politikchef Tibor Pézsa.

Griechenland kann nur als Kostgänger der anderen Länder im Euro bleiben. Die in zwei Rettungspaketen für 237 Milliarden Euro gekaufte Zeit zahlte sich nicht aus. Weitere Kredite verbieten sich. Bleiben Geschenke. Oder ein Schuldenerlass, der auch die Form einer über Jahrzehnte gestreckten Umschuldung zu Nullzinsen annehmen könnte.

Tibor Pézsa

Was hat Wolfgang Schäuble getrieben, als er das Thema in den Wahlkampf hievte? Er würde niemals freiwillig zulassen, was ökonomisch unabweisbar ist: Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Zu groß ist die Gefahr, dass dies den Zusammenbruch der Währungsgemeinschaft nach sich ziehen könnte.

Wem nützt die Debatte darüber? SPD und Grünen, die bislang beim Euro noch alles mitbeschlossen haben? Die eine Haftungsunion sinnvoll finden, in der die einen Kredite aufnehmen, welche die anderen zurückzahlen müssen? Oder CDU und FDP, unter deren Führung Deutschland Verträge bog und brach, und die vom Verfassungsgericht daran erinnert werden mussten, dass es neben ein paar Geheimzirkeln auch noch ein Parlament gibt, welches der Souverän im Land sein sollte?

Welcher Partei wird es nützen, wenn sich im Volk herumspricht, dass die Zinsgewinne Deutschlands nur die Kehrseite jener Wertevernichtung sind, die zwar Schuldnern hilft, aber Sparer, Mieter und Rentner schleichend enteignet? Nein, bei diesem Thema können nur Linke oder AfD punkten. tpa@hna.de

Von Tibor Pézsa

Rubriklistenbild: © dpa

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