JVA bekommt Bau für rückfallgefährdete Straftäter - Rosdorfer bleiben locker

Die Justizvollzugsanstalt in Rosdorf: Die Luftaufnahme zeigt das weitläufige Areal an der Bahnlinie mit den charakteristischen Zick-Zack-Gebäuden. Foto: dpa

Rosdorf. Als vor Jahren die Pläne für den Bau einer Justizvollzugsanstalt in Rosdorf bei Göttingen bekannt wurden, beschlichen den ein oder anderen Bürger mulmige Gefühle. „Heute hat keiner mehr Angst vor Ausbrechern“, sagt Harald Grahovac, Bürgermeister der 12 000 Einwohner-Gemeinde.

Auch vor den neuen Bewohnern, die auf dem JVA-Gelände demnächst einziehen werden, hat nach seinen Worten niemand Sorge: In Rosdorf entsteht eine landesweit zentrale Einrichtung für rückfallgefährdete Straftäter, die nach Ende der Haft in Sicherungsverwahrung bleiben. Am Donnerstag wird Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) hier den ersten Spatenstich dafür setzen.

Die Gelassenheit der Bürger hat einen Grund: Die JVA Rosdorf gilt als ausbruchssicher. „Seit Inbetriebnahme der Anstalt im Jahr 2007 ist kein einziger Häftling entkommen“, sagt der Sprecher des Justizministeriums in Hannover, Matthias Nagler. Der hohe Sicherheitsstandard von Niedersachsens modernster Haftanstalt war nach Angaben des Ministeriums auch ein wesentlicher Grund dafür, dass Sicherungsverwahrte künftig zentral in Rosdorf untergebracht werden sollen. Bisher wurden Hochrisiko-Verbrecher auf besondere Abteilungen unterschiedlicher Gefängnisse verteilt. Nun müssen Sicherungsverwahrte aber bessere Wohnmöglichkeiten erhalten. Die meisten Sicherungsverwahrten waren in Niedersachsen bisher in der Haftanstalt in Celle untergebracht.

Dort lässt sich eine Unterbringung nach den neuen Kriterien aber schwer umsetzen. Deshalb wird in Rosdorf für 12,5 Millionen Euro ein dreigeschossiger Neubau mit vergleichsweise viel Komfort für bis zu 45 Insassen errichtet.

Trotz der Gefährlichkeit der Sicherungsverwahrten habe es in Rosdorf keine Proteste gegen die neue Einrichtung gegeben, sagt Bürgermeister Harald Grahovac. Man sehe eher die Vorteile: Die JVA schaffe nicht nur Arbeitsplätze, die Gemeinde profitiere auch finanziell. Jeder weitere Insasse der Jugendvollzugsanstalt erhöhe die Einwohnerzahl des Ortes, was sich positiv auf die finanziellen Zuweisungen des Landes auswirkt. „Wir nehmen jetzt dadurch pro Jahr rund 50 000 Euro zusätzlich ein“, sagt der Bürgermeister. (lni)

Von Matthias Brunnert

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.