Uwe Schwarz tritt als Direktkandidat für die SPD an

Grün am Schreibtisch: Seine Leidenschaft für Pflanzen ist schon im Arbeitszimmer von Uwe Schwarz zu erkennen. Foto:  Weiss

Bad Gandersheim. Ein in der Wolle gewirkter Sozialdemokrat. Politisch ist Uwe Schwarz damit kurz und prägnant beschrieben. Seit fast 40 Jahren gehört er der SPD an. Mit knapp 16 Jahren wurde er Genosse.

„Das war sehr geprägt von der Person Willy Brandt“, erinnert sich Schwarz. Die Art wie der damalige Bundeskanzler und SPD-Bundesvorsitzende Menschen begeistern konnte, habe auch ihn gepackt. „Soziale Fragen haben zuhause immer eine große Rolle gespielt“, betont er, dass es für ihn keine Alternative zur SPD gab.

Sein Vater starb drei Monate vor seiner Geburt. Seine Mutter musste die Familie mit einer kleinen Hinterbliebenenrente und dem Verdienst aus mehreren Putzstellen durchbringen. Eine höhere Schullaufbahn war für Uwe Schwarz deshalb aus finanziellen Gründen nicht drin.

Wenn er anfängt, über die drängenden sozialpolitischen Fragen zu sprechen, beispielsweise wie die sozialen Sicherungssysteme - Kranken-, Renten und vor allem die Pflegeversicherung - zukunftssicher gemacht werden können, ist nur schwer vorstellbar, dass es für Schwarz noch etwas anderes im Leben gibt.

Aber mit dem gleichen Enthusiasmus kann er auch von den drei Kindern seiner Patchworkfamilie erzählen, den zwei inzwischen erwachsenen, die seine Frau in die Familie mitgebracht hat und die 16-jährige gemeinsame Tochter. Seine Stieftochter, die Pastorin in Schleswig-Holstein ist, hat ihn vor 16 Monaten zum Opa gemacht.

„Die Blumen im Haus sind meine Aufgabe“, erzählt er von einer weiteren Leidenschaft. Auch um den Garten kümmert er sich.

Schon das mit üppigem Grün vollgestellte Fensterbrett seines Arbeitszimmers in seinem Haus in Bad Gandersheim verrät, dass Beschäftigung mit Pflanzen für ihn mehr ist als nur zu gießen.

„Zum entspannenden Lesen komme ich eigentlich nur ihm Urlaub“, bedauert er. Wenn, dann dürfen es Krimis sein, beispielsweise von John Grisham, aber auch einfach Romane.

Auch eine andere Leidenschaft muss häufig zurückstehen. Schwarz baut mit Lego-Technik Modelle. Mehrere Lastwagen zieren sein Bücherregal. Gerade setzt er einen Unimog zusammen. Den Bausatz hat er - wie die anderen - von seiner Frau geschenkt bekommen. Das war aber bereits vor einem Jahr.

Seit fast 27 Jahren gehört er nun dem Landtag an. Dort hat er sich vor allem als Sozialpolitiker einen Namen gemacht. Dass er, der sozialpolitische Sprecher seiner Fraktion, es nicht wie vor fünf Jahren bei Wolfgang Jüttner ins Schattenkabinett von Spitzenkandidat Stephan Weil geschafft hat, wurmt ihn, lässt er sich aber nicht anmerken.

„Ich bin ein Quotenopfer“, sagt er. Angesichts der Vorgabe, das Schattenkabinett gleichmäßig mit Männern und Frauen zu besetzen, dabei aber auch den Regionalproporz zu beachten, sei er nicht zum Zuge gekommen.

„Ich wollte politisch mitgestalten“, erklärt er, warum er in die SPD eintrat. Trotzdem sei der Schritt, Berufspolitiker zu werden, Zufall gewesen. Nach einer Parteiveranstaltung, bei der er mit Gerhard Schröder aneinandergeriet, habe ihn dieser 1984 ermuntert, sich um eine Landtagskandidatur zu bemühen. „Das war keine einfache Entscheidung.“ Schwarz hatte eine Karriere bei der AOK vor Augen. Der Sozialversicherungsfachangestellte hatte drei Jahre zuvor die zweite Verwaltungsprüfung abgelegt, die ihn für den höheren und gehobenen Dienst qualifizierte. Er entschied sich für die Politik, setzte sich innerparteilich als Kandidat durch und gewann 1986 erstmals den Wahlkreis.

Von Olaf Weiss

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