Petra Roth hört in Frankfurt früher auf: Rhein soll folgen 

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Petra Roth

Frankfurt. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gibt im kommenden Jahr ihr Amt auf. Als Grund nannte die 67-Jährige am Dienstag, sie wolle den Generationswechsel an der Spitze von Hessens größter Stadt einleiten.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) zieht sich nach 17 Jahren an der Spitze von Deutschlands fünftgrößter Stadt vorzeitig aus ihrem Amt zurück. „Ich habe das Feld für einen Generationenwechsel freigemacht durch meine Entscheidung“, sagte die 67-Jährige am Dienstag. „Ich bin nicht krank, nicht amtsmüde und nicht lahm geworden.“

Boris Rhein

Der hessische Innenminister und Frankfurter CDU-Vorsitzende Boris Rhein soll ihr Nachfolger werden. Der 39-Jährige sprach von einem „Schritt, der uns alle überrascht hat“. „Frankfurt wird mit Petra Roth einen ganz großen Oberbürgermeister verlieren.“ Zugleich habe er höchsten Respekte, „weil die OB die Amtszeit souverän beendet“, betonte der Minister. Den Frankfurter Parteivorsitz übernimmt den Plänen zufolge der stellvertretende CDU-Vorsitzende und Kämmerer, Uwe Becker. Vor dem überraschenden Auftritt von Roth galt Becker selbst auch als ein potenzieller Kandidat für die OB-Kandidatur der Union. „Wir haben die Frage zu dritt in Harmonie und Freundschaft besprochen“, erklärte Roth die Personalplanung für die Zukunft. Auf ihren Vorschlag hin hätten sich die beiden dann so entschieden.

Aktualisiert um 16.07 Uhr

„Boris Rhein ist der richtige Oberbürgermeister für die Stadt“, sagte Becker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Rhein, den er seit mehr als 20 Jahren kennt. „Wenn es möglich wäre - aber es ist nicht möglich - würden wir gerne zusammen Oberbürgermeister von Frankfurt werden“, ergänzte der Innenminister. „Wir wollten kein Kandidaten-Schaulaufen haben“, versicherte der 39-Jährige. „Wir werden über die Wahl hinaus sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Roth, die auch viele Jahre Präsidentin des Deutschen Städtetages war, will Anfang Juli 2012 als Oberbürgermeisterin zurücktreten - ein Jahr vor dem Ende ihrer dritten Amtsperiode.

Das neue Stadtoberhaupt wird daher voraussichtlich auch ein Jahr früher gewählt als bislang geplant. Für März 2012 sei der Urnengang geplant, hieß es bei der Stadt. Rhein kündigte an, er wolle bis zu seiner Amtseinführung als Frankfurter Stadtoberhaupt Innenminister bleiben. Im Falle einer Niederlage werde er das „reizvollste Amt in der Landespolitik“ auch weiter ausführen. „Das in Deutschland herausragende Amt“ des Frankfurter OB sei für ihn aber nun eine Herausforderung. „Als Frankfurter Bub gibt es nichts Größeres, als für diese Stadt Verantwortung zu übernehmen.“

SPD will Kandidatenkür beschleunigen

Die Frankfurter SPD kündigte unterdessen an, ihre Kandidatenkür zu beschleunigen. Der geplante Mitgliederentscheid soll nun schon im Januar - und damit zwei Monate früher - feststehen. Als Kandidaten konkurrieren der frühere Landtagsabgeordnete Michael Paris und der Frankfurter Fraktionsvize Peter Feldmann.

Mit dem vorgezogenen Wahltermin im kommenden Frühjahr bleibe die Frankfurter OB-Wahl auch unbeeinflusst von anderen Wahlen, sagte Roth. 2013 steht unter anderem die Bundestagswahl an, Ende 2013 oder Anfang 2014 wird in Hessen außerdem ein neuer Landtag gewählt.

Grüne und Linke warfen Rhein vor, aus seinem Amt als Innenminister zu flüchten. „Jetzt, wo in Wiesbaden die Luft dünn wird und Rhein sich wenig Chancen ausrechnen kann, zum zukünftigen Ministerpräsidenten des Landes gekürt zu werden, macht er sich wieder auf den Weg nach Frankfurt“, kritisierte Janine Wissler, Sprecherin der Frankfurter Linken. Der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, Jürgen Frömmrich, sagte laut Mitteilung: „Wir haben Verständnis dafür, dass sich Rhein lieber um das schöne Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters bewirbt, anstatt sich täglich mit den Pleiten, Pannen und Skandalen seines Vorgängers Bouffier zu beschäftigen.“

Bouffier lobt neuen OB-Kandidaten Rhein

Innenminister Boris Rhein hat nach Einschätzung des hessischen Regierungschefs Volker Bouffier (beide CDU) gute Chancen auf das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters. „Ich bin überzeugt, dass Boris Rhein ein sehr guter Kandidat ist“, sagte Bouffier. Bouffier lobte zugleich die Arbeit von Petra Roth, die seit 1995 an der Spitze von Frankfurt steht. „Sie hat für Frankfurt wirklich Großes geleistet.“ (dpa)

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