Grünen-Chefin hat neuen Posten im Auge

Roth bestätigt Rückzug - Fischer mischt sich ein

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Claudi a Roth.

Berlin - Nach dem enttäuschenden Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl hat die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bestätigt, nicht wieder für ihr Amt kandidieren zu wollen.

Sie werde im Herbst "nicht mehr antreten für die Wahl des Bundesvorstands", sagte Roth am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Der Grünen-Bundesvorstand werde sich "in Gänze einer Neuwahl" stellen, um eine "Neuausrichtung" der Partei zu ermöglichen.

"Ich möchte mich gern in der Fraktion bewerben für das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags", sagte Roth weiter. Mit Blick auf mögliche Koalitionsgespräche mit der Union fügte sie hinzu, die Grünen seien "bereit, mit demokratischen Parteien zu sondieren". Ihre Partei sei aber "nicht der Ersatz für einen abhanden gekommenen Koalitionspartner" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Voraussetzung seien "inhaltliche Anknüpfungspunkte".

Die Union war bei der Bundestagswahl am Sonntag mit Abstand stärkste Kraft geworden, braucht aber einen Koalitionspartner. Der bisherige Bündnispartner FDP scheiterte an der Fünfprozenthürde. Die Grünen blieben mit 8,4 Prozent weit hinter den Erwartungen zurück. Im Gespräch sind nun eine große Koalition von Union und SPD sowie ein schwarz-grünes Bündnis.

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In die zunehmend angespannte Debatte bei den Grünen griff nun auch der langjährige Fraktionschef und Außenminister Joschka Fischer mit scharfer Kritik ein. „Es scheint fast, als ob die derzeitige Führung der Grünen älter geworden ist, aber immer noch nicht erwachsen“, sagte er dem „Spiegel“. „Sie hat eine Strategie verfolgt, die nicht nur keine neuen Wähler gewann, sondern viele alte vergraulte.“ Statt über Umwelt und Europa, Bildung und Familien hätten die Grünen nur über Steuern und Abgaben geredet.

Es sei ein fataler Fehler gewesen, die Grünen strategisch auf einen Linkskurs zu verringern, sagte Fischer. Damit sei die Partei in der Konkurrenz zu SPD und Linken gnadenlos untergegangen. Diese Kritik dürfte vor allem auf Trittin abzielen.

Ähnlich äußerte sich auch der ehemalige Parteichef Reinhard Bütikofer. „Der Verzicht von Rot wie Grün auf ein ernsthaftes Ringen mit Kanzlerin Merkel um die Deutungshoheit in der Europapolitik erlaubte ihr eine politische Hegemonie“, sagte er dem „Spiegel“. Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Energieminister Robert Habeck (Grüne) sagte dem Nachrichtenmagazin: „Wir haben skeptische Wähler mit unserer trotzigen Art für blöd erklärt.“

dpa

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