Landesweit einmaliges Informationszentrum im Harz zeigt die Lebenswelt der Wanderfische

Die Rückkehr der wilden Lachse

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Ein Prachtexemplar von einem Fisch: Der Betreuer des neuen Lachs-Infocenters im Kloster Wöltingerode, Lothar Reddel, vor einem 105 Zentimeter großen Lachs aus Norwegen.

Wöltingerode. Einen Lachs in freier Natur zu sehen, ist in Niedersachsen nur schwer möglich. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war der Wanderfisch in den hiesigen Flüssen so gut wie ausgestorben.

Zwar zeigen Wiederansiedlungsprojekte erste Erfolge, so wurden vor kurzem erstmals wieder Lachse in der Weser gesichtet. In einer neuen Erlebnisausstellung im Harz können Besucher jetzt Lachse auf Augenhöhe beobachten: Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander eröffnete am Freitag im Klostergut Wöltingerode bei Vienenburg (Kreis Goslar) das Lachs-Infocenter Niedersachsen. Die bundesweit einmalige Einrichtung informiert über die Bedeutung der Lachse für Natur und Umwelt und wirbt für die Wiedereinbürgerung der Fische.

Kosten: 800 000 Euro

Das Lachs-Infocenter ist im früheren Mühlengebäude der Klosteranlage untergebracht. Der Umbau des 300 Jahre alten Gebäudes und die Einrichtung der Ausstellung haben über 800 000 Euro gekostet. An der Finanzierung haben sich außer dem Land Niedersachsen und der Europäischen Union auch private Sponsoren und Stiftungen beteiligt.

Besucher bekommen einen faszinierenden Einblick in die Lebensweise der Lachse. Bildtafeln zeigen ihre Wanderrouten bis hin nach Grönland und Island sowie ihre Sprungkraft, mit der sie beim Aufstieg in den Flüssen bis zu drei Meter hohe Barrieren überwinden.

Barrieren bei Celle

Vor allem aber informiert die Ausstellung darüber, warum der Lachs aus unseren Flüssen verschwunden ist und wie ein Fluss beschaffen sein muss, damit er sich dort wieder wohl fühlen kann. „Lachse brauchen zum Beispiel ein gut durchspültes Kiesbett“, erläutert der Betreuer des Lachs-Infocenters, Lothar Reddel. „Auch Uferbewuchs ist sehr wichtig.“

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Ökosystem der Oker. Seit 1994 bemühen sich Umweltschützer um die Wiederansiedlung der Lachse in dem Harzfluss. Dazu betreibt der Angelsportverein Braunschweig unweit des Klosters Wöltingerode ein Lachsaufzuchtgelände. Von hier wurden bereits über 200 000 Brütlinge in die Oker eingesetzt. Allerdings hat es noch kein Lachs geschafft, aus dem Atlantik wieder bis in den Harz zurückzukehren. Immer noch gibt es auf dem Weg über die Weser und die Aller unüberwindbare Barrieren, unter anderem bei Celle.

Das Klostergut Wöltingerode, in dem das neue Center untergebracht ist, ist bisher vor allem durch seine traditionsreiche Kornbrennerei bekannt und wird pro Jahr von rund 200 000 Gästen besucht.

Von Heidi Niemann

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