Russin Zhanna Nemzowa erhält Solidaritätspreis

Mit renommiertem Preis ausgezeichnet: Kreml-Gegnerin Zhanna Nemzowa (31). Foto: dpa

Im Kampf für die Freiheit nimmt sie kein Blatt vor den Mund, ist eine Kämpferin für die Demokratie und lässt sich von der Macht eines Staates nicht einschüchtern - Zhanna Nemzowa.

Die 31-Jährige ist die Tochter des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow, der im Februar nahe des Kremls erschossen wurde. Nach seinem Tod stand die junge Frau vor der Entscheidung: Schweigen oder Sprechen. Sie sprach, was sie zur Kreml-Gegnerin machte. Ihre Stimme ist seither sinnbildlich lauter denn je. „Mir hat Putins Regime alles genommen“, sagt sie. Nemzowa macht Präsident Wladimir Putin und die staatlichen Medien für den Tod ihres Vaters verantwortlich. Die Russin sagte, er sei Opfer der „Hasspropaganda“ geworden.

Für ihren Mut wurde die Wirtschaftsjournalistin vom polnischen Außenministerium in Warschau mit dem Lech-Walesa-Solidaritätspreis ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 250.000 Euro für Nemzowa, weitere 750.000 Euro fließen in polnische Entwicklungs- und Hilfsprojekte, die sie auswählt. „Am wichtigsten ist, dass die Menschen daran glauben, dass Russland ein freies Land sein kann.“, sagt sie.

In ihrer Wohnung nahe des Kremls fühlte sie sich nicht mehr sicher, nachdem ihr mehrfach mit Mord gedroht wurde. Seit Juli lebt sie in Bonn. Jetzt arbeitet sie für das russischsprachige Programm der Deutschen Welle.

Im März 1984 wurde Zhanna als ältestes von vier Kindern in Gorki, heute Nischni Nowgorod, geboren. Nach ihrem Wirtschaftsstudium am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen begann sie ihre Karriere beim russischen TV-Sender RBK, wo sie bis vor Kurzem arbeitete. Ihre Mutter Raissa soll seit Jahren sehr erfolgreich an russischen Börsen spekulieren. Seit 2007 verdient auch Zhanna ihr Geld damit.

Im Juni nahm sie in Polen den Freiheitspreis für ihren Vater entgegen, mit dem er posthum ausgezeichnet wurde und kündigte an, eine Nemzow-Stiftung gründen zu wollen. Jetzt setzt sie ihren Kampf fort. Für sich selbst, ihren Vater und ein freies Russland.

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