Kremltreue Rocker

Russland fordert für "Nachtwölfe" Einreise nach Polen

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Alexander Zaldostanow, Präsident des russischen Motoradclubs "Nachtwölfe", während einer Tour in Moskau.

Moskau/Brest - Die Rocker vom Motorradclub "Nachtwölfe" fühlen sich durch das polnische Einreiseverbot brüskiert. Russland stellt sich hinter die Biker. Setzen die "Nachtwölfe" ihre Tour fort?

 Russland hat Polen aufgefordert, den Rockern des Motorradclubs "Nachtwölfe" die Einreise zum Weltkriegsgedenken zu gewähren. "Die polnischen Behörden haben kein Recht, russischen Bürgern das Gedenken an die im Kampf gegen den Faschismus Gefallenen zu verbieten", teilte der Menschenrechtsbeauftragte beim russischen Außenministerium, Konstantin Dolgow, am Dienstag mit.

Die kremltreuen Rocker wollen mit ihrer umstrittenen Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland erinnern. Polen hatte die Aktion als Provokation kritisiert und den "Nachtwölfen" die Einreise am Montag verweigert. Auch Deutschland hatte mehrere Visa der Rocker annulliert.

Der russische Botschafter in Polen, Sergej Andrejew, sagte, das Einreiseverbot könne nicht ohne Folgen für die Beziehungen der beiden Länder bleiben. "Der 70. Jahrestag des Sieges und alles, was damit verbunden ist, sind für uns ganz sensible Themen", sagte er dem TV-Sender Rossija 1.

Menschenrechtler Dolgow kritisierte, Warschau lasse sich von "Ängsten" leiten, vertrete eine "frevelhafte Position" und "verhöhne" die Geschichte. Seinen Angaben zufolge wollen die Rocker auch die von der Roten Armee befreiten deutschen Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek besuchen. 

Die "Nachtwölfe" um ihren Anführer Alexander Saldostanow blieben zunächst in der weißrussischen Grenzstadt Brest, um dort an die Kriegsopfer zu erinnern. Saldostanow - genannt "Chirurg" - verurteilte das Verhalten der polnischen Behörden als "billigen Wanderzirkus". "Wir sind schlecht, uns darf man nicht in die EU lassen", fügte er ironisch hinzu.

Saldostanow kündigte der Agentur Interfax zufolge an, dass möglicherweise einzelne "Nachtwölfe" die umstrittene "Siegestour" fortsetzen würden, sofern dies rechtlich möglich sei. Die Details der Route blieben aber geheim, sagte er. Ursprünglich wollten die Rocker über Polen, die Slowakei und Tschechien nach Deutschland fahren. Am 9. Mai, der in Russland als Tag des Sieges gefeiert wird, wollten sie in Berlin einen Kranz niederlegen.

Eine offizielle Erklärung für das Einreiseverbot habe die Gruppe noch nicht erhalten. Letzten Endes falle das schlechte Licht aber auf die polnischen Behörden zurück, meinte Saldostanow.

dpa

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