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Ex-Putin-Berater vergiftet? Politiker im Krankenhaus – „Arme und Beine erlahmt“

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Von: Florian Dörr

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Der frühere Kremlsonderbeauftragte Anatoli Tschubais mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Der frühere Kremlsonderbeauftragte Anatoli Tschubais mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Jetzt liegt der Beamte im Krankenhaus. © IMAGO/Russian Look (Archivfoto)

Ein ehemaliger Putin-Vertrauter liegt im Krankenhaus. Im März, kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs, hatte er sich zurückgezogen. Sein Fall weckt Erinnerungen. 

Moskau –- Er war Wladimir Putins Sonderbeauftragter für Beziehungen zu internationalen Organisationen. Doch im März dieses Jahres, kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, verkündete Anatoli Tschubais seinen Rücktritt. Bis dahin war der frühere Spitzenpolitiker – unter anderem war er Vize-Regierungschef in Russland unter dem früheren Staatschef Boris Jelzin – zum liberalen Lager in Russland gerechnet worden. Über die Hintergründe seines Schritts, der nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow „auf eigenen Wunsch“ erfolgte, gibt es keine gesicherten Aussagen.

Nun soll sich Tschubais laut Medienberichten mit schweren gesundheitlichen Problemen in einem Krankenhaus in Europa befinden. „Das ist natürlich eine traurige Nachricht, wir wünschen ihm baldige Genesung“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag (1. August) der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Nach Angaben der italienischen Tageszeitung La Repubblica wird Tschubais in einer Klinik auf der Mittelmeerinsel Sardinien behandelt, wo er zuvor Urlaub gemacht haben soll.

Ex-Putin-Vertrauter in Krankenhaus: „Arme und Beine erlahmten plötzlich“

Die Umstände seiner Klinikeinlieferung bieten reichlich Raum für Spekulationen: So hatte die russische Moderatorin Xenia Sobtschak, die in der Vergangenheit selbst Ambitionen auf das Präsidialamt in Russland hatte, unter Berufung auf die Familie des ehemaligen Sonderbeauftragten Putins erklärt, der 67-Jährige sei in „nicht stabilem Zustand“ auf eine Intensivstation gebracht worden. Inzwischen soll sich sein Zustand unbestätigten Berichten zufolge aber wieder verbessert haben.

Russland: Fall Tschubais weckt Erinnerungen an vergiftete Kremlkritiker

„Ihm wurde schlecht. Seine Arme und Beine erlahmten plötzlich.“ Sobtschaks Angaben zufolge wurde der Raum, in dem sich Tschubais zuletzt aufhielt, von „Spezialisten in Chemie-Schutzanzügen“ untersucht. Auch die Repubblica schrieb, es werde einem Vergiftungsverdacht nachgegangen.

Das weckt Erinnerungen an Russen, die sich gegen den Kreml gestellt hatten, und später mit Vergiftungserscheinungen zu kämpfen hatten. Bekanntestes Beispiel ist der russische Oppositionelle Alexej Nawalny, der 2020 nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebte. Dessen Sprecherin Kira Jarmysch äußerte sich nun auch direkt zu dem erkrankten Tschubais: „Das also ist der Ruf des Kremls: Niemand hat größere Zweifel daran, dass Tschubais vergiftet wurde“, schrieb sie auf Twitter. (fd)

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