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Lawrow gibt USA, Ukraine und EU die Schuld am Ukraine-Krieg

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Von: Sebastian Richter

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Im Februar überfällt Russland das Nachbarland Ukraine. Schuld daran sei der Westen, sagt Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Sein Land wolle nur Frieden.

Moskau – Wer profitiert vom Ukraine-Krieg? Für den russischen Außenminister Sergej Lawrow ist die Antwort klar: die USA. Die Vereinigten Staaten seien nicht nur die größten Nutznießer des Krieges, Lawrow macht die USA auch als Hauptschuldigen aus. Das Ziel der Nato mit den USA an der Spitze sei ein „Sieg über Russland auf dem Schlachtfeld“, wie der Außenminister in einem Interview mit der russischen Staatsagentur Tass am Dienstag sagte. Dadurch solle Russland geschwächt oder gar vernichtet werden, um ihr Ziel zu erreichen, seien die Gegner Moskaus „zu vielem bereit“.

Washington wolle durch den Konflikt wirtschaftlich als auch militärisch-strategisch den „maximalen Nutzen“ aus dem Krieg ziehen. Außerdem versuchen die USA laut Lawrow, die traditionellen Beziehungen Russlands zu Europa zerstören.

Russlands Außenminister Lawrow: USA und Ukraine Schuld am Krieg

Seit dem der Ukraine-Konflikt zu einem Krieg eskaliert ist, unterstützen die USA, die EU und weitere westliche Staaten die Verteidiger mit Waffen und Munition. Außerdem verhängte der Westen harte Sanktionen gegen Russland. Laut Lawrow versuchen die USA so, den Konflikt zu verschärfen. Kiew werde mit den modernsten Waffen versorgt, die noch nicht einmal an die westlichen Verbündeten der USA geliefert worden seien, behauptete der Außenminister. Die militärische Unterstützung im Wert von etwa 40 Milliarden Dollar übersteige die Verteidigungsausgaben mancher europäischen Staaten.

Auch Kiew selbst trage Schuld: Die Ukraine wolle „die Amerikaner und andere Nato-Mitglieder tiefer in den Strudel des Konflikts zu ziehen, in der Hoffnung, einen überstürzten Zusammenstoß mit der russischen Armee unvermeidlich zu machen“.

Lawrow fordert Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Ukraine

Der Westen würde ständig spekulieren, dass Russland kurz davor sei, Atomwaffen im Ukraine-Krieg einzusetzen. „Wir sprechen hier über ganz andere Angelegenheiten - der politische Kurs des Westens, der auf die totale Zurückhaltung Russlands abzielt, ist extrem gefährlich. Er birgt Risiken eines direkten bewaffneten Zusammenstoßes der Atommächte“, behauptet Lawrow. Spekulationen über den Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine finden sich allerdings auch regelmäßig im russischen Staatsfernsehen.

Lawrow sprach auch über mögliche Bedingungen für einen Frieden. Der hänge von Kiew und Washington ab. Als Bedingungen nannte der russische Außenminister die „Entnazifizierung und Entmilitarisierung“ der von Kiew kontrollierten Gebiete sowie Sicherheitsgarantien für Russland und seine „neuen Gebiete“. Dabei bezieht sich Lawrow auf von Russland völkerrechtswidrig annektierten Regionen im Süden und Osten der Ukraine. Die 2014 annektierte Krim erwähnte Lawrow im ganzen Interview nicht.

Russland wolle eigentlich bessere Verhältnisse zum Westen

Auch die Europäische Union ist für Lawrow schuld am Ukraine-Krieg. Die Beziehungen seien auf einem „historischen Tiefpunkt“, Brüssel habe – den USA und der Nato folgend – Russland den hybriden Krieg erklärt. Die EU folge „dem antirussischen Kurs der Hegemonie in Übersee in allen Punkten fraglos, manchmal preschen sie sogar vor.“

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland könnten sich aber wieder ändern, so Lawrow. Dafür müsste allerdings der „russophobe Wahn“ der EU enden, Nüchternheit eintreten und Regierungen sich auf gegenseitig nützliche partnerschaftliche Beziehungen besinnen würden. „Von unserer Seite wird es dann keine Probleme geben“, so Lawrow.

Ebenso seien normale Verhältnisse zwischen den Atommächten Russland und USA wünschenswert und nützlich. „Angesichts der offen feindseligen Aktionen Washingtons ist es jedoch nicht möglich, wie gewohnt weiterzumachen“, sagte Lawrow. Daher werde in den weiteren Plänen Moskaus das Prinzip der „friedlichen Koexistenz“ aus den Zeiten des Kalten Kriegs angewandt. (spr/dpa)

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