1. Startseite
  2. Politik

Russland baut Atomwaffenarsenal weiter aus – USA warnen

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Der Kreml schürt im Ukraine-Krieg immer wieder die Angst vor einem Atomwaffen-Einsatz. Nun will Russland sein Arsenal offenbar ausbauen.

Moskau – Der Kreml hat im Ukraine-Krieg immer wieder nukleare Drohungen ausgesprochen. Auch die Spannungen rund um Europas größtes Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine verschärfen die Situation. Nach Angaben der USA will Russland sein Atomwaffenarsenal nun ausbauen.

Wladimir Putin wolle sein Arsenal erweitern und modernisieren, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Die ganze Welt habe gesehen, „dass Putin ein zutiefst unverantwortliches nukleares Säbelrasseln betreibt“, sagte Austin am Freitag (09. Dezember). Russland plane im kommenden Jahr 2023 die Infrastruktur seiner Atomstreitkräfte auszubauen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland will nukleares Waffenarsenal aufstocken

In einer Fernsehansprache im September deutete der Kremlchef an, dass Russland zum Schutz des Landes „alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“ werde. „Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass sich der Wind auch in ihre Richtung drehen kann“, hatte Putin damals betont.

Mit dem geplanten Ausbau würde Russland das ohnehin riesige Atomwaffenarsenal noch weiter aufstocken. Nach Schätzungen der Non-Profit-Organisation Federation of American Scientists verfügt Russland bereits über das weltweit größte Arsenal. Expert:innen zufolge besitze die Föderation fast 6000 nukleare Sprengköpfe.

News zum Ukraine-Krieg: „Russland hat aufgehört, mit Atomwaffen zu drohen“

Ob Putin seine nuklearen Drohgebärden tatsächlich wahr macht, ist unklar. Nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist die Gefahr eines Atomkrieges kleiner geworden. „Russland hat aufgehört, mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. Als Reaktion darauf, dass die internationale Gemeinschaft eine rote Linie markiert hat“, sagte der Kanzler den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ Topol wird auf einer Rüstungsmesse präsentiert. Der Ukraine-Krieg hat Sorgen vor einem Atomkrieg ausgelöst. (Archivbild)
Eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ Topol wird auf einer Rüstungsmesse präsentiert. Der Ukraine-Krieg hat Sorgen vor einem Atomkrieg ausgelöst. (Archivbild) © YNA/dpa

Zu dieser Einschätzung kam auch das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW). Das Institut geht davon aus, dass der „Kreml mit seinen Drohungen die Ukraine zu Verhandlungen drängen und die Unterstützung des Westens für Kiew verringern wollte“, hieß es in einem Bericht. Der von Olaf Scholz thematisierte rhetorische Kurswechsel zeigte jedoch, dass Russlands Taktik nicht funktionierte. Dem Kreml sei bewusst geworden, dass die Drohungen nur einen „geringen operativen Gewinn“ bringen würden. (kas)

Auch interessant

Kommentare