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„Zirkon“ als Albtraum für Militärstrategen? Putins neue Hyperschallrakete

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Russland hat ein Kriegsschiff mit einer neuen Hyperschallrakete bewaffnet. Das Geschoss soll ein Mehrfaches der Schallgeschwindigkeit erreichen.

Moskau - Wladimir Putin will russische Kriegsschiffe mit einer neuen Hyperschallrakete bewaffnen. Der russische Präsident kündigte das Waffensystem Zirkon mit großen Worten an: „Ich bin sicher, dass solch eine mächtige Waffe es erlaubt, Russland zuverlässig vor äußeren Drohungen zu schützen und die nationalen Interessen unseres Landes abzusichern.“ Am Mittwoch (4. Januar) schickte Putin ein mit der Rakete bewaffnetes Kriegsschiff auf eine Übungsmission.

Für westliche Militärstrategen sind Hyperschallraketen potenziell ein Albtraum. Die Geschosse lassen sich im Gegensatz zu anderen Raketensystemen auch nach Abschuss noch steuern und erreichen ein Mehrfaches der Schallgeschwindigkeit von 1.235 km/h. Durch diese Kombination aus Steuerbarkeit und Geschwindigkeit können sie von Luftabwehrsystemen praktisch nicht abgefangen werden, berichtet fr.de.

Auch USA und China arbeiten an Hyperschallraketen

Hyperschallraketen zählen zu einer neuen Klasse von Waffensystemen. Fachleute befürchten, dass ihre Entwicklung ein Wettrüsten in Gang setzt. Als erstes Land hat Russland im Jahr 2017 eine Waffe dieser Art seinem Arsenal hinzugefügt. Mittlerweile arbeiten auch China und die USA an solchen Waffensystemen.

Wladimir Putin kündigte die neuen Hyperschallraketen mit großen Worten an (Symbolfoto).
Wladimir Putin kündigte die neuen Hyperschallraketen mit großen Worten an (Symbolfoto). © Sergey Guneev/dpa

Das russische Militär verfügt bereits über zwei einsatzbereite Hyperschallraketen: die Kinschal, die von Flugträgern aus abgefeuert wird - und die landgestützte Awangard. Die Kinschal-Rakete wurde offenbar bereits einige Male im Ukraine-Konflikt eingesetzt. Experten sehen darin keinen strategischen Vorteil. Das Militär wolle die Waffe mit dem Einsatz in einem operativen Umfeld ausprobieren, vermutete Militärexperte Douglas Barrie von der britischen Denkfabrik IISS im April 2022.

Über die Waffe sind nicht viele Informationen bekannt. Russischen Angaben zufolge hat die Rakete eine Reichweite von mehr als 500 Kilometer. Sie könne auf bis zu 8000 bis 9000 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Die Waffe könne gegen feindliche Schiffe und Bodenziele eingesetzt werden.

Will Putin den Druck im Ukraine-Krieg erhöhen?

Militärexperten glauben, dass ein einzelnes Schiff mit Hyperschallraketen den Seestreitkräften der USA nicht gewachsen ist, berichtet die US-Nachrichtenagentur AP. Andere Fachleute vermuten: Putins Strategie könnte sein, die mit der Hyperschallrakete bewaffnete Fregatte in der Nähe der US-Küste zu stationieren. Dadurch könne Russland den Druck im Ukraine-Krieg erhöhen.

Das US-Verteidigungsministerium teilte nach der Inbetriebnahme am Mittwoch (4. Januar) mit, es beobachte das Schiff. Allerdings halte man es nicht für eine Bedrohung, der nicht begegnet werden könne. Ein Pentagon-Sprecher sagte: „Während wir uns nicht zu spezifischen Fähigkeiten äußern oder über Hypothesen spekulieren, bleibt das Verteidigungsministerium zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, unsere Gegner abzuschrecken und die nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten zu jeder Zeit und an jedem Ort zu verteidigen.“

Westliche Fachleute hatten in der Vergangenheit zudem immer wieder Zweifel geäußert, ob die russischen Hyperschallraketen tatsächlich so potent sind und die Steuerung so präzise ist wie von der russischen Führung behauptet. (Jan Wendt)

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