Als Diplomaten getarnt

Russland erweitert Spionage in Deutschland – 200 Geheimagenten entsandt

Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml.
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Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml.

Die Geheimdienste in Russland schicken rund 200 Agenten nach Deutschland – getarnt als Diplomaten. Ihre Einsatzgebiete reichen von Frankfurt bis Berlin.

Frankfurt – Russland verstärkt allem Anschein nach seine Spionageaktivitäten in Deutschland. Die russischen Geheimdienste haben einem Medienbericht zufolge rund 200 Mitarbeiter nach Deutschland entsandt, wo die vorwiegend als Diplomaten getarnten Agenten, vertrauliche Informationen für die Kreml-Regierung um Präsident Wladimir Putin* beschaffen sollen. Das geht aus einem Bericht des Magazins Focus hervor.

Das Einsatzgebiet der russischen Agenten erstreckt sich dabei demnach über ganz Deutschland: Die Agentenführer, Informations-Beschaffer und Auswerter sollen allerdings vornehmlich aus dem schützenden Schatten der russischen Botschaft in Berlin sowie den Generalkonsulaten in Leipzig, Frankfurt, München und Hamburg heraus agieren. Durch ihren Status als Diplomaten genießen sie vollumfänglichen Schutz vor den Strafverfolgungsbehörden in Deutschland.

Russische Spionage in Deutschland – Informationen aus Politik, Wirtschaft, Militär und Medien

Einer Analyse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) zufolge, fokussieren sich die Spione dabei hauptsächlich auf die Bereiche Politik, Wirtschaft, Militär und Medien. Laut BfV habe die Beschaffung von Informationen aus Berlin und den Landesparlamenten für Russland innerhalb der letzten Jahre deutlich an Bedeutung gewonnen.

Doch was kann Deutschland gegen die Spionageaktivitäten Russlands unternehmen? Gegenüber dem Magazin Focus betonte ein ranghoher Verfassungsschützer, dass die Überwachung der russischen Agenten insbesondere deshalb schwerfalle, da sich die Spione aufgrund ihrer guten praktischen Ausbildung weitestgehend der Kontrolle durch deutsche Behörden entzögen. Mit diesem Problem steht Deutschland nicht alleine da. Laut Sir John Sawers, Ex-Direktor des britischen Geheimdienstes MI6, sind den zuständigen Behörden nur etwa zehn Prozent der russischen Spionageaktivitäten in Europa bekannt. (Jan Lucas Frenger) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

In der Vergangenheit sah sich Russland bereits häufiger mit dem Vorwurf der Spionage konfrontiert*.

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