Neuer Bürgerkrieg?

Ukraine-Konflikt: Russland droht mit militärischem Eingriff - USA schickt Kriegsschiffe

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich weiter zu. Nun plant die USA, Kriegsschiffe in das Schwarze Meer zu verlagern.

  • Russland versetzt weitere Truppen an die Grenze zur Ukraine.
  • Teile der östlichen Ukraine werden seit Jahren von Rebellen reagiert.
  • Der Kreml droht, im Nachbarland militärisch einzugreifen.

Update vom Samstag, 10.04.2021, 13.33 Uhr: Aufgrund verstärkter russischer Militärpräsenz im östlichen Umfeld der Ukraine hatte Kanzlerin Merkel Russland bereits am Donnerstag (08.04.2021) dazu aufgefordert, Truppen von der ukrainischen Grenze abzuziehen.

Trotz dessen droht der Kreml nun mit einem Militäreinsatz, sollte es in der Region um Donezk zu einem neuen Bürgerkrieg kommen. Hintergrund sei, dass man seine Staatsbürger militärisch schützen wolle. Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber der Agentur Interfax sagte, werde Russland bei einer möglichen „menschlichen Katastrophe“ nicht tatenlos zuschauen.

Ukraine-Konflikt: USA schickt Kriegsschiffe ins Schwarze Meer - Russland fühlt sich provoziert

Bereits seit 2019 gewährt Moskau den russischsprachigen Bewohnern der Gebiete Donezk und Luhansk in der Ostukraine die russische Staatsbürgerschaft - trotz internationalen Protests. Da dort mittlerweile mehr als 400.000 Menschen einen russischen Pass besitzen, sieht Russland eine mögliche militärische Intervention als gerechtfertigt an.

Indes hat die türkische Regierung erklärt, dass die USA plane, zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer zu schicken. In Ankara sei man vor etwa zwei Wochen über diplomatische Kanäle über das Vorhaben informiert worden, sagte eine Sprecherin des türkischen Außenministeriums. Bis zum 4. Mai sollen die Schiffe im Schwarzen Meer bleiben.

Wie die türkische Regierung berichtet, schicken die US-Amerikaner Kriegsschiffe ins Schwarze Meer. Droht der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu eskalieren? (Archivfoto)

Der Kreml sieht darin eine Provokation. So betont Außenpolitiker Konstantin Kossatschow, dass „jede militärische Unterstützung der Ukraine“ bedeute, dass man „Kiew zur Anwendung militärischer Gewalt im Südosten“ ermutigen würde. Seitens der Vereinigten Staaten hieß es zuvor, dass an der Grenze zur Ukraine so viele russische Soldaten wie seit 2014 nicht mehr stationiert seien.

Ukraine-Konflikt: Russland stationiert weitere Truppen im Grenzgebiet

Update vom Dienstag, 06.04.2021, 15.10 Uhr: Nachdem Russland Truppen in Richtung Ukraine geschickt hat, scheint sich die Lage an der Grenze zuzuspitzen. Die Nato warnt vor weiteren Eskalationen. „Die Nato wird weiterhin die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine unterstützen. Wir bleiben wachsam und beobachten die Lage weiterhin sehr genau“, so ein Nato-Sprecher gegenüber Welt.

Am 1. April haben sich die 30 Nato-Botschafter getroffen. „Die Alliierten teilen ihre Sorge über Russlands groß angelegte militärische Aktivitäten in der Ukraine und rund um die Ukraine“, betonte der Sprecher. Zusätzliche Sorge bereite, dass das Land das Waffenstillstandsabkommen vom Juli 2020 verletzt habe. Das habe in der vergangenen Woche zum Tod von vier ukrainischen Soldaten geführt, wie die FAZ berichtete.

Russland: Droht eine Eskalation? Ukraine will Konflikt mit Nato-Hilfe lösen

Angesichts der aktuellen Entwicklungen wächst international die Sorge, dass der seit sieben Jahren andauernde Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erneut eskalieren könnte. Seit etwa sieben Jahren werden Teile der ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von Rebellen kontrolliert, die von Russland unterstützt werden.

Infolge der Kämpfe mit Regierungstruppen sind UN-Schätzungen zufolge mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Auch Großbritanniens Premierminister Boris Johnson zeigt sich besorgt über die russischen Truppenbewegungen. In einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Montag (05.04.2021) habe Johnson die „erhebliche Besorgnis“ und Unterstützung der britischen Regierung ausgedrückt, so FAZ.

Selenskyj hat unterdessen einen Nato-Beitritt zum „einzigen Weg“ für einen Frieden erklärt. „Die Gewährung des Plans zur Mitgliedschaft (in dem Militärbündnis) wird zu einem klaren Signal für die Russische Föderation“, teilte er am Dienstag (06.04.2021) nach einem Telefonat mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit. Die ukrainischen Streitkräfte arbeiten demnach auch weiter an einer Übernahme westlicher Standards, berichtet die dpa.

Russland warnt vor Nato-Beitritt der Ukraine: „wird die Lage weiter verschärfen“

Der Kreml in Moskau warnte vor einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. „Wir zweifeln sehr daran, dass das der Ukraine hilft, ihr inneres Problem zu lösen. Aus unserer Sicht wird das die Lage noch weiter verschärfen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg hatte der Ukraine zwar Solidarität zugesichert, allerdings keine militärische Unterstützung in Aussicht gestellt. Denkbar ist allerdings, dass einzelne Bündnismitglieder wie die USA bei einer erneuten Eskalation Unterstützung leisten könnten. US-Präsident Joe Biden hatte Selenskyj zuletzt versichert, dass er auf die „unerschütterliche Unterstützung“ Amerikas für die Souveränität des Landes zählen könne.

„Bedrohliche Atmosphäre“: Russland verlegt Truppen – Ukraine kündigt Übung mit Nato an

Update vom Sonntag, 04.04.2021, 12.28 Uhr: Nachdem Russland Truppen in Richtung Ukraine verlegt, hat die ukrainische Armee eine gemeinsame Militärübung mit der Nato in einigen Monaten angekündigt. Mehr als 1000 Soldaten sollen daran teilnehmen, schreiben die Streitkräfte auf Facebook. Die Übung soll in der aktuell angespannten Lage zur Abschreckung dienen, schreibt spiegel.de. Sie könne die Beziehung zu Russland aber auch weiter verschlechtern.

„Insbesondere wird die Verteidigung geprobt, gefolgt von einer Offensive, um die Grenze eines Landes und die territoriale Integrität eines Staates wiederherzustellen, der von einem Nachbarstaat bedroht wurde“, heißt es in der Erklärung. Die Streitkräfte nannten weder Datum noch Ort der geplanten Übung.

Nach Russlands Truppen-Verlegung: Ukraines Präsident spricht von „bedrohlicher Atmosphäre“

Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte Russland vorgeworfen, durch die Truppen-Verlegung eine „bedrohliche Atmosphäre“ zu schaffen. Der ukrainische Geheimdienst wirft der russischen Armee vor, ihre Präsenz in den von den prorussischen Rebellen kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk ausweiten zu wollen.

Der Kreml widerspricht: „Russland bedroht niemanden und hat nie jemanden bedroht“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Zur möglichen Nato-Truppenverlegung in die Ukraine sagte Peskow, dass „ein solches Szenario zweifellos zu einem weiteren Anstieg der Spannungen in der Nähe der russischen Grenze führen“ würden. „Natürlich würde dies zusätzliche Maßnahmen der russischen Seite erforderlich machen, um die russischen Sicherheit zu gewährleisten“.

Experten vermuten, dass Russland mit seiner Truppen-Verlegung die Reaktionen der neuen US-Regierung unter Präsident Joe Biden testen will.

Nach russischer Truppen-Verlegung: Joe Biden sichert Ukraine Unterstützung zu

Update vom Samstag, 03.04.2021, 13.23 Uhr: Nachdem Russland Truppen in Richtung Ukraine geschickt hat, soll US-Präsident Joe Biden seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj bei einem Telefonat versichert haben, dass er auf die „unerschütterliche Unterstützung“ Amerikas zählen kann. Das berichtet tagesspiegel.de. Das Weiße Haus warf Russland „anhaltende Aggressionen“ im Donbass und auf der Krim vor.

Selenskyj verlieh in Kiew seiner Freude über das Gespräch Ausdruck. „Wir stehen Schulter an Schulter, wenn wir unsere Demokratien bewahren müssen“, schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Die US-Armee in Europa erhöhte ihre Bedrohungseinschätzung in der Region auf die höchste Stufe - von „mögliche Krise“ auf „potenziell bevorstehende Krise“. Das schreibt die New York Times. Am Mittwochabend soll der Generalstabschef der Vereinigten Staaten, Mark Milley, zudem seinen russischen Amtskollegen Waleri Gerassimow angerufen haben, um ihm mitzuteilen, dass die USA die Truppen-Verlegungen Russlands in Richtung Ukraine mit Sorge beobachte.

Russland verlegt massiv Truppen in Richtung Ukraine - Tausende Waffen

Erstmeldung vom Freitag, 02.03.2021, 11.37 Uhr: Russland/Ukraine - Verdichten sich die Vorzeichen für einen bevorstehenden Krieg? Fakt ist: Russland verlegt seit Tagen Tausende Waffen und Zehntausende Truppen in Richtung Grenze der Ukraine und auf die besetzte Krim. Das belegen verifizierte Videos aus zahlreichen Regionen Westrusslands.

Nach übereinstimmenden Medienberichten verlegt Russland nicht nur Angriffswaffen, sondern auch die Logistik für einen groß angelegten Feldzug nach Westen. Neben Panzern, Schützenpanzern und Artillerie-Geschützen handelt es sich dabei um Brückenbau-Material, Kommunikationsanlagen und Militärkrankenwagen.

Russland verlegt Truppen in Richtung Ukraine - und der Kreml schweigt

Das geht aus einer Analyse der Untersuchungsplattform „Conflict Intelligence Team“ hervor, die dafür mehr als 25 Videos russischer Passanten ausgewertet hat. Russland nutzt für die Verlegung der Armee neben Straßen auch so viele Züge, dass kein Schwertransport-Waggon mehr übrig bleibe, um Traktoren im Land zu Erntegebieten zu bewegen, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“.

Der Kreml und das russische Verteidigungsministerium schweigen offiziell zu der Truppenverlegung, schreibt bild.de. Allerdings berichtet die russischen „föderale Nachrichtenagentur Avia.Pro“ unter Berufung auf Militärquellen: „Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation setzt aufgrund der Provokation der Streitkräfte der Ukraine an der russischen Grenze dringend militärische Ausrüstung auf der Krim ein.“ Um welche Art angeblicher „Provokation“ der Ukraine es sich handeln soll, verriet die russische Seite nicht.

Weil Russland Truppen verlegt: Ukrainischer Generalstabschef warnt Parlament

Bereits am Mittwochabend warnte der ukrainische Generalstabschef Ruslan Khomchack das ukrainische Parlament davor, dass Russland 28 seiner 136 taktischen Bataillonsgruppen an die ukrainische Grenze verlege. Am Donnerstag kündigte er an, die Ukraine bereite sich auf die Einberufung von Reservisten in die Armee vor.

Laut spiegel.de hat US-Außenamtssprecher Ned Price den Kreml vor Versuchen gewarnt, „unseren Partner Ukraine einzuschüchtern oder zu bedrohen“. Die USA seien besorgt „wegen der jüngsten Eskalation des aggressiven und provokativen Vorgehens Russlands im Osten der Ukraine“, sagte Price.

Im Konflikt um die Ostukraine haben bereits mehr als 13.000 Menschen ihr Leben verloren. Russland weist den Vorwurf zurück, es unterstütze die Rebellen militärisch. Im Juli vergangenen Jahres hatten die Parteien einen Waffenstillstand ausgehandelt. Allerdings kommt es seit Mitte Februar immer wieder zu Kämpfen.

Im Februar hatten die USA einen harten Kurswechsel in der Außenpolitik zu Russland gezeigt. US-Präsident Joe Biden hatte Bomber nach Norwegen entsendet. Biden hatte Putin in einem ersten Telefonat über den neuen Kurswechsel informiert, berichtete fr.de.* (Jan Wendt) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jnmsdf/US Navy/Imago

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