1. Startseite
  2. Politik

Russland will jetzt Kampfroboter in den Ukraine-Krieg schicken

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Zeichnet sich eine neue Ära der Kriegsführung im Ukraine-Krieg ab? Russland will angeblich in der Donbass-Region erstmals Kampfroboter einsetzen.

Kiew – Russland arbeitet schon seit Jahren an Kampfrobotern. Dessen Einsatz könnte eine neue Art der Kriegsführung darstellen. Am erfolgversprechendsten scheint dabei der Waffen-Roboter „Marker“ zu sein. Russischen Medienberichten zufolge sollen die Roboter nun möglicherweise im Ukraine-Krieg eingesetzt werden. Darüber berichtet hatte auch die Fr.de von Ippen.Media.

Die Technologie werde auf den Schlachtfeldern in der ostukrainischen Donbass-Region eine „Feuertaufe“ bestehen, kündigte Dmitri Rogosin, ehemaliger Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos und enger Vertrauter von Wladimir Putin, beim Kurznachrichtendienst Telegram an. Kürzlich wurde Rogosin bei einer Geburtstagsfeier durch einen Granatsplitter verletzt.

News zum Ukraine-Krieg: Russland will Kampfroboter „Marker“ einsetzen

Doch was ist dran? Der Kampfroboter „Marker“ arbeite „autonom“, prahlt Rogosin. Die Technik solle nicht nur in Kampfeinsätzen Unterstützung bieten, sondern könne auch Ziele aus rund 15 Kilometern Entfernung lokalisieren und beschießen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Es sei auch möglich, verwundete Soldaten vom Schlachtfeld zu evakuieren, hatte der staatliche Nachrichtendienst Ria Novosti im November 2021 berichtet.

Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Aber mehrere Einheiten sollen laut übereinstimmenden Medienberichten auf dem russischen Weltraumbahnhof Kosmodrom Wostotschny getestet worden sein. Die letzten Testdurchläufe seien im Juni 2020 abgeschlossen worden. Danach seien die Roboter dem russischen Verteidigungsministerium übergeben worden. Das Ministerium ist maßgeblich an der Entwicklung der Maschinen beteiligt, erklärte Andrei Grigoriyev, CEO der russischen Stiftung „Advanced Research Foundation“, im vergangenen Jahr gegenüber Tass.

Ukraine-Krieg: Russlands Kampfroboter können „um ein Vielfaches schneller treffen“

Dass der Kampfroboter Ziele „um ein Vielfaches schneller treffen“ könne als Menschen, hätten Test mit Schießscheiben gezeigt, zitierte Newsweek den Entwicklungsleiter der Stiftung für Technologien und Grundelemente der Robotik, Oleg Martyanov. Zudem könne „Marker“ dank künstlicher Intelligenz zwischen Zivilpersonen und Militärangehörigen unterscheiden und damit auf diejenigen zielen, die eine „direkte Bedrohung“ darstellen.

Ein unbemannter Kampfroboter vom Typ Uran-9 wird während der russischen Militärparade über eine Straße gefahren. (Archivbild)
Ein unbemannter Kampfroboter vom Typ Uran-9 wird während der russischen Militärparade über eine Straße gefahren. (Archivbild) © Pavel Golovkin/dpa

Wann genau die Kampfroboter im Ukraine-Krieg zum Einsatz kommen, ist unklar. Bisher sind keine Fälle bekannt, in denen Kampfroboter völlig eigenständig gegnerische Soldaten töten. Das ist nach Einschätzung der Ukraine allerdings nur eine Frage der Zeit und der nächste „logische und unvermeidliche“ Schritt, sagte Mychailo Fedorow, ukrainischer Minister für digitale Transformation, im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. „Ich denke, dass es ein großes Potenzial dafür in den nächsten sechs Monaten gibt.“ Kiew habe „in diese Richtung sehr viel Forschung und Entwicklung“ betrieben, hieß es weiter.

Die Tests in Russland seien jedenfalls abgeschlossen, meldete Ria Novosti am Mittwoch (11. Januar). Die „Marker“-Technologie wiege rund drei Tonnen und könne mit verschiedenen Waffensystemen ausgestattet werden. Moskau verfügt darüber hinaus auch über den Kampfroboter „Uran-9“, der neben modernen Kampfpanzern und Luftabwehrsystemen auf Russlands Militärparade am 9. Mai 2022 vorgestellt wurde. Auch ein Nato-Staat kündigte den Einsatz von bewaffneten Kampfrobotern an – in direkter Nähe zu Russland. (kas)

Auch interessant

Kommentare