Das sagt Sarrazin über...

...die Währungsunion: „Die Wachstumszahlen zeigen: Ein sich im Wirtschaftswachstum niederschlagender Vorteil der nördlichen Euro-Mitglieder aus der Währungsunion ist nicht erkennbar, denn ihre Volkswirtschaften wuchsen im Vergleichszeitraum auch nicht stärker als die der Nicht-Mitglieder Großbritannien oder Schweden.

Wohl aber scheint sich die gemeinsame Währung für das Wirtschaftswachstum der südlichen Mitglieder zunehmend schädlich auszuwirken.“ (S.108)

das vereinbarte, aber gebrochene No-Bail-Out-Prinzip (kein Staat der Eurozone soll für die Schulden eines anderen haften, so im Maastricht-Vertrag vereinbart): „Das No-Bail-Out-Prinzip (ist der) Kern guter Nachbarschaft: Man grüßt sich über den Gartenzaun, nimmt Pakete für die Nachbarn entgegen, passt gegenseitig auf Hund und Katze auf. Aber für seine in Euro aufgenommene Hypothek kommt der Nachbar bitte selber auf.“ (S. 182)

Eurobonds: „Der Eurobond ist die konsequenteste denkbare Verneinung des No-Bail-Out-Prinzips. (...) In der deutschen Politik votieren Vertreter der SPD, der Grünen und der Linkspartei mehrheitlich für Eurobonds. Sie offenbaren damit nicht nur ein tiefes Unverständnis für die psychologischen Voraussetzungen und objektiven Rahmenbedingungen einer soliden staatlichen Finanzwirtschaft sowie für die Quellen des deutschen Wohlstands. Sie sind außerdem getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben.“ (S. 202f.)

Griechenland: „Die EU-Zuschüsse, der Euro und der billige Kredit haben in Griechenland zu einem Kosten- und Einkommensstandard geführt, der sich von der realen Leistungskraft des Landes völlig abgekoppelt hat.“ (S.347) • Deutschland: „... hat sich in die Lage gebracht, zu hohen Kosten und mit wachsenden Risiken eine gemeinsame Währung zu verteidigen, die selbst dann, wenn sie funktioniert, dauerhaft weder Wohlstand noch Beschäftigung erhöht.“ (S.371)

den Euro: „ (Er) brachte eine erhebliche Entmachtung der nationalen Institutionen der Eurostaaten, weil ländertypische Fehler nicht mehr auf ländertypische Weise korrigiert bzw. in ihren Folgen abgeschwächt werden können, und damit eine Delegitimierung der demokratisch gewählten Regierungen in den Krisenstaaten.“ (S. 386) (tpa)

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