Niedersachsens Umweltminister sorgt für Empörung: Er will mit Parlamentariern und Ministern im Harz auf Wild schießen

Sander bläst zur Jagd im Nationalpark

Reizfigur für Naturschützer: Hans-Heinrich Sanders Vorliebe für Kettensägen und Jagd provoziert seine Kritiker. Archivfoto: dpa

Hannover. Auf dem Programm steht offiziell „Geocaching“, Schnitzeljagd mit Satelliten-Ortung. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) lädt heute die Landespresse auf seinen Obsthof im heimischen Golmbach ein. Dort will er aber auch den genauen Zeitplan für seinen angekündigten Rückzug aus der schwarz-gelben Landesregierung kundtun.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der Stabswechsel im Umweltressort Anfang Dezember erfolgen; dann wird Staatssekretär Stefan Birkner (FDP) voraussichtlich während des Landtagsplenums als Nachfolger vereidigt werden.

Ärger vor der Pensionierung

Vor seiner Pensionierung allerdings handelt sich der 66-jährige Sander noch einmal mächtig Ärger ein. Zum Abschied darf der Minister als Ehrengast gemeinsam mit Landtagsabgeordneten an einer Jagd teilnehmen - mitten im Nationalpark Harz.

Im Revier Wolfstein bittet Nationalparkchef Andreas Pusch Anfang November die Politiker „zu einer Bewegungsjagd auf Schalenwild“. Das Treiben und Erlegen von Hirschen, Rehen und Wildschweinen gilt als Maßnahme zur Wildregulierung.

Diese ist nach dem niedersächsischen Nationalparkgesetz zum Schutz junger Pflanzen und Bäume zwar ausdrücklich erlaubt und findet auch regelmäßig statt. Aber eben nur unter strengen ökologischen Grundsätzen und nur mit erfahrenen Mitarbeitern der Parkverwaltung und speziell instruierten Mitjägern.

Dass sich jetzt erstmals Parlamentarier und Minister - auch Agrarressortchef und Jagdscheininhaber Gert Lindemann (CDU) ist dem Vernehmen nach eingeladen - als Wildregulierer betätigen dürfen, löst sowohl im Umweltministerium als auch innerhalb der Parkverwaltung heftiges Kopfschütteln aus.

Parkchef Pusch bemüht sich derweil darum, dass das fröhliche Treiben in geordneten Bahnen abläuft. Er hat seiner Einladung „Hinweise zur Wildregulierung“ beigefügt. Den Teilnehmern wird mitgeteilt, dass sie nur bestimmte Tiere schießen und keine Geweihe mit nach Hause nehmen dürfen. „Trophäen verbleiben im Amt.“ DAS SAGT

Von Peter Mlodoch

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.