Grund sind vor allem gestiegene Energiepreise

Satter Aufschlag auf die Tickets

Der Cantus: Er fährt sowohl in Niedersachsen als auch in Hessen. Die Fahrgäste müssen ab August beziehungsweise ab Dezember tiefer in die Tasche greifen. Foto: Archiv

Göttingen/Kassel. Die Verkehrsverbünde in Südniedersachsen und Nordhessen und erhöhen kräftig ihre Fahrpreise. Bereits zum 1. August schlägt der Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) durchschnittlich gut vier Prozent auf seine Tarife auf. Es ist die erste Preiserhöhung seit 16 Monaten.

Das sagte VSN-Geschäftsführer Horst Weihrauch am Dienstag auf HNA-Anfrage. Als Gründe für die Tariferhöhung verweist Weihrauch auf die stark gestiegenen Preise für Energie und für Treibstoff. Insbesondere bei den Stadtbuslinien falle die Erhöhung moderat aus. Teilweise habe man den Kinderfahrschein konstant halten können.

Die Fahrkarten im Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) werden im Dezember um durchschnittlich 3,5 Prozent teurer. Das hat der Aufsichtsrat des NVV in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. Nach 1,5 Prozent im Dezember 2010 und 2,4 Prozent im vergangenen Jahr ist die erneute Preisanhebung die höchste seit drei Jahren.

Mit dieser Entscheidung könne aber nur ein Teil der gestiegenen Kosten für Löhne, Treibstoff und die um bis 30 Prozent gestiegene Kilometerpreise bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen unter anderem im Busbereich abgefedert werden, erklärten Verwaltungsrat und NVV-Geschäftführer Wolfgang Dippel. Allein die Treibstoffkosten sind 2012 laut NVV in den ersten vier Monaten um 6,5 Prozent gestiegen. Das Regierungspräsidium Kassel muss die Preisanhebung, die ab 9. Dezember gelten soll, noch genehmigen.

Die Rücknahme der Kürzung von Landesgeld in der Größenordnung von 20 Millionen Euro für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat keinen positiven Einfluss mehr auf die Preisgestaltung des Verkehrsverbundes.

Aber mit den dadurch zur Verfügung stehenden Mitteln will der NVV laut seinem Aufsichtsratsvorsitzendem Uwe Schmidt, versuchen, die Belastungen der Kommunen beim Busverkehr zu mildern. Auf die Gemeinden und Städte rollt nämlich bei gleichbleibendem Angebot eine ungeheure Teuerungswelle zu.

Regiotram

Im März wurde vom NVV die für Ende 2012 angekündigte Verkürzung der Taktzeiten auf den Regiotramlinien von Kassel in Richtung Melsungen, Hofgeismar und Wolfhagen um ein Jahr auf 2013 verschoben. Uwe Schmidt, der auch Landrat des Kreises Kassel ist, bestätigte unserer Zeitung, dass es dabei trotz der Rücknahme der Kürzung bleibe. Schmidt: „An unserem Regiotram-Zielkonzept halten wir fest.“ Die Grünen im Hessischen Landtag haben der Regierung gestern vorgeworfen, den hessischen Verkehrsverbünden zwischen 2005 und 2011 insgesamt 122 Millionen Euro vorenthalten zu haben. Dadurch sei der ÖPNV zulasten der Kunden unnötig verteuert worden. KOMMENTAR

Von Jürgen Umbach und Bernd M. Schlegel

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