Von Allianz-Gutachtern errechnet

Die Schadensakte der Hobbits kostet 98 Millionen Euro

Das Ende einer großen Schlacht: Elbin Tauriel (Evangeline Lilly) vor der zerstörten Seestadt. Laut Branchendient Hollywood Reporter hat die Produktion der Hobbit-Trilogie 601,7 Millionen Euro gekostet. Eingespielt hat allein der erste Film 815 Millionen Euro, der zweite brachte noch 714,8 Mio. Euro ein. Nun sind die Erwartungen hoch. Foto: Warner/nh

Im Hobbit-Film „Die Schlacht der fünf Heere“ geht einiges zu Bruch. Wie viel Chaos angerichtet wird, haben die Schadensregulierer der Allianz begutachtet.

Sie analysieren für das Kundenmagazin des Versicherers Filme und fragen sich, was der Versicherer im Ernstfall wohl ersetzen würde. Wir haben die fiktive Schadensakte ausgewertet.

Angriff des Drachen Smaug: 

• 1200 Einfamilienhäuser in einfacher Holzausführung, mit Holzziegeln gedeckt, zum größten Teil ohne Fundament, da die Häuser auf Holzpfählen ins Wasser gebaut wurden. Ein Einfamilienhaus zum Neuwert inklusive Bootssteg und standardisierter Inneneinrichtung aus der Elbenkollektion liegt bei 75 000 Euro ergibt einen Neuwertschaden von 90 Millionen Euro.

• 250 Holzboote in Kanubauweise wurden durch Feuer zerstört oder versenkt. Jedes Boot mit je zwei Paddeln 800 Euro. Neuwertschaden: 200.000 Euro.

• Der Regierungssitz der Seestadt wurde durch das Feuer komplett zerstört. Ebenfalls in Holzbauweise ausgeführt, jedoch hochwertiger und größer als die zerstörten Einfamilienhäuser. Neuwertschaden: 7,5 Millionen Euro.

• Ein Alarmturm aus Holz mit großer Bronze-Zinnglocke wurde durch einen Anprall des Drachen zerstört. Die Kosten zur Erneuerung belaufen sich auf 12.500 Euro. Die Glocke muss erneuert werden, bei dieser Größe etwa 500 Kilogramm liegt der Wiederherstellungspreis bei 10.000 Euro.

Gesamtkosten Turm plus Glocke: 22.500 Euro.

• Der Goldschatz auf dem Boot des Bürgermeisters wurde im See versenkt, als der Drache im Todeskampf auf das Boot stürzte. Der Schatz ist zwar nicht zerstört, kann aber nur aufwändig geborgen werden. Die Kosten für die Bergung inklusive Bergekran und Taucher belaufen sich auf 98.000 Euro.

• Die verbrannten Gebäude verursachen eher geringe Aufräum- und Entsorgungskosten, da durch den Brand fast alles vernichtet ist. Zu erwartende Kosten: 175.000 Euro.

Zerstörung der Stadt Thal: 

Die Gebäude wurden durch den Kampf weiter zerstört, hier kann aber keine Entschädigung durch den Versicherer geleistet werden, da die Bauten zum Zeitpunkt der Zerstörung nicht benutzt wurden und sich bereits im ruinenähnlichen Zustand befanden. Eine Entschädigung im Rahmen kann nicht erfolgen. Schaden: null Euro.

Kleid der Elbin Galadriel: 

Die Nazgûl, die neun Ringgeister, haben beim Kampf in Dol Guldur der mächtigen Elbin Galadriel erheblichen Schaden an ihrem sehr alten und wertvollen Kleid zugefügt. Der Kampf ist als versuchter Raub mit Körperverletzung anzusehen, und der dadurch entstandene Schaden am Kleid wird im Zuge der Hausratversicherung entschädigt. Das mit Goldfäden gewebte Kleid ist im Handel nicht zu erwerben und daher unbezahlbar. Die Allianz strebt nun mit Frau Galadriel einen Vergleich an. Schaden am Kleid: 85.000 Euro

Schlacht am Berg Erebor: 

Bei den tausenden Pfeilen, zerbroche nen Schwertern, Speeren und zerstörten Rüstungen wird die Kostenübernahme abgelehnt. Die Versicherer berufen sich dabei auf den Kriegswaffenausschluss. Neuwertschaden: null Euro

Die Sicherung der Bergfestung durch Thorin Eichenschild ist im Rahmen des Vertrages als sogenannte Bewachungs- und Sicherungskosten mitversichert. Thorin Eichenschild hatte die Absicht, den Zugang zur Festung zu schützen und vor ungewollter Fremdübernahme abzusichern. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung durch vor Ort befindlichen Zwerge ausgeführt, das Material wurde aus vorhandenen Felsen gestellt, somit fallen hierfür keine Kosten an. Die Eigenleistung wurde wie folgt angesetzt: 13 Zwerge mal zwölf Stunden mal 15 Euro – für schwere Arbeiten: Gesamtkosten: 2340 Euro

Insgesamt beläuft sich die Schadenssumme auf 98,08 Millionen Euro.

Unter der Betrachtung, dass der Versicherungsnehmer, Herr Thorin Eichenschild, beim Kampf mit dem Anführer der Orks getötet wurde, muss vor Zahlung der oben ermittelten Entschädigungssumme geprüft werden, wer Zahlungsempfänger wird. Das Amtsgericht Mittelerde hat aufgrund des fehlenden Testaments noch keinen Erben ermittelt. Somit kann die Auszahlung erst nach rechtlicher und abgeschlossener Prüfung erfolgen. (mwe)

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