Unterstützung für die Politikerin

Doktorvater: Schavan ist "integere Person"

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekommt Zuspruch von ihrem Doktorvater.

Berlin - Die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bleibt in der Kritik, die Ministerin bekommt aber auch Unterstützung. Die Universität Düsseldorf sorgt für Verwunderung.

Der Doktorvater der unter Plagiatsverdacht bei der Promotion stehenden Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat keine Zweifel an ihrer wissenschaftlichen Eigenleistung gehabt. Sonst hätte er der Fakultät die Arbeit nicht zur Annahme empfohlen, sagte Prof. Gerhard Wehle am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeit sei „in sich stimmig“, es habe keinen Grund für Zweifel gegeben. Schavan sei nur kurze Zeit Mitarbeiterin bei ihm gewesen. Sie habe sich sehr auf ihr Studium konzentriert. „Sie ist eine absolut integere Person“, versicherte der längst emeritierte Professor.

Das Gutachten der Universität Düsseldorf wirft Schavan vor, in ihrer Doktorarbeit bewusst Textpassagen ohne korrekten Beleg von fremden Autoren übernommen zu haben.

Grünen-Chefin erinnert Schavan an die Affäre Guttenberg

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Sollten sich die Vorwürfe als zutreffend erweisen, frage ich mich, wie ausgerechnet die für Wissenschaft und Forschung zuständige Ministerin ihr Amt noch glaubwürdig ausüben will.“ Angesichts ihrer Vorbildfunktion wiege allein der Verdacht einer wissentlichen Täuschung sehr schwer. Vielen sei Schavans „Fremdschämen“ im Fall Guttenberg noch in Erinnerung.

In der Debatte um die Aberkennung des Doktortitels des damaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte Schavan gesagt, dass sie sich als Wissenschaftlerin „nicht nur heimlich schäme“ für das, was passiert sei.

Politiker auf dem Schelmenbaum

Politiker auf dem Schelmenbaum

Der Plagiate-Jäger Martin Heidingsfelder sagte, jeder könne im Internet sehen, dass der Fall eindeutig sei. „Eine Bundesbildungsministerin muss in ihrer akademischen Laufbahn blütensauber sein“, sagte der Gründer des Recherchenetzwerkes „VroniPlag“. „Die Union muss Druck machen, damit sie tatsächlich ihr Amt verlässt.“

Verteidigungsminister Thomas de Maizère (CDU) sprang seiner Kabinettskollegin bei. Er sagte den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“: „Ich habe volles Vertrauen in meine Kollegin Annette Schavan.“ Er forderte, jetzt das Prüfungsverfahren der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf abzuwarten und Schavan Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Guttenberg: Die besten Sprüche zur Plagiats-Affäre

An der Universität Düsseldorf, aus der das vernichtende Gutachten gegen die CDU-Politikerin durchgesickert war, herrscht Nervosität. Die Campus-Uni im Süden der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sieht sich an den Pranger gestellt.

Noch immer ist unklar, wie das umstrittene und vertrauliche Gutachten an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Rektor Hans Michael Piper hat eigene Nachforschungen der Heinrich-Heine-Uni angekündigt. Ansonsten war zunächst nicht besonders viel zu hören von der Hochschule, die im Moment bemüht ist, sich zu modernisieren und mit Neubauten ein Signal des Aufbruchs zu setzen.

dpa/dapd

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