Rechte Kameradschaft in NRW verboten

Köln - Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat die rechtsextremistische “Kameradschaft Walter Spangenberg“ verboten. Mehrere Razzien wurden durchgeführt.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat eine Gruppe von Neonazis verboten. Er löste am Donnerstag die rechtsextremistische “Kameradschaft Walter Spangenberg“ aus Köln auf. Deren Mitglieder glorifizieren nach seinen Angaben den Nationalsozialismus und streben “ein viertes großdeutsche Reich“ an.

Ab sofort sei den Mitgliedern jede Vereinstätigkeit verboten, sagte Jäger. Außerdem darf das Emblem der “Kameradschaft“, die nach einem SA-Mann benannt ist, nicht mehr gezeigt werden.

Anführer aus U-Haft entlassen

Der Zeitpunkt des Verbots steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ihren Anführer Axel Reitz, der am Donnerstag nach rund zwei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Er soll mit der kriminellen Vereinigung “Aktionsbüro Mittelrhein“ zusammengearbeitet und Gewalttaten begangen haben.

“Wir mussten handeln, damit Axel Reitz nach seiner Haftentlassung seine extremistischen Umtriebe nicht wieder in den gewohnten Strukturen aufgreifen kann“, sagte Jäger in Düsseldorf. Reitz hatte die Neonazi-Gruppierung nach Angaben des Verfassungsschutzes 1998 im Alter von 15 Jahren gegründet. Später verbüßte er eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung.

Polizisten durchsuchten am Donnerstagmorgen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Wohnungen und Haftzellen der 14 Mitglieder der “Kameradschaft“ in Bocholt, Bonn, Dortmund, Erftstadt, Frankenthal, Frechen, Koblenz, Köln und Wöllstein. Dabei fanden sie mehrere Waffen. Das Vereinsvermögen und die Symbole der “Kameradschaft“ wurden beschlagnahmt.

Zuletzt war die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit einer Razzia gegen eine Gruppe junger Neonazis in Radevormwald im Bergischen Land vorgegangen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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