Kommentar zur fortschreitenden Euro-Krise: Schluss mit der Lyrik

Angela Merkel wird ihre Gründe haben, warum sie so hartnäckig daran festhält, die Griechen in der Eurozone zu halten. Zu hoffen ist, dass die Kanzlerin sich hinter den Kulissen auf das wahrscheinlichere Szenario vorbereitet: den Zerfall der Eurozone.

Tibor Pézsa (tpa@hna.de)

Die viel zitierte Warnung Merkels, dass Europa scheitere, wenn der Euro scheitert, wirkt angesichts der ökonomischen Realität immer mehr wie Lyrik aus vergangener Zeit. Schon jetzt rüsten sich Banken und Großkonzerne für den Tag X. Alles andere wäre auch unverantwortlich.

Noch versucht Angela Merkel, die mit den Rettungsaktionen gewonnene Zeit in den Schnellaufbau eines neuen Europas zu investieren. Davon zeugt ihr Plan, noch in diesem Jahr einen Europa-Konvent zusammenzurufen. Die Ironie dabei: Der Plan verrät, dass auch die Kanzlerin weiß, dass dieses Europa und diese Währungsunion keine Zukunft haben.

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Fragt sich nur, wer schneller ist: die Krise mit ihren Zwängen oder die Europäer, die jetzt unter Druck und auf die Schnelle hinbekommen wollen, was freiwillig in Jahrzehnten nicht gelang. Höchste Zeit, keine Lyrik mehr zu verbreiten, sondern Ziele zu formulieren und nach wirklichen Partnern Ausschau zu halten.

Von Tibor Pézsa

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