"Säugetier-Gutachten"

Schmidt will Tierschutz in Zoos verstärken

+
Bundesagrarminister Christian Schmidt.

Düsseldorf/Koblenz - Mit einem sogenannten Säugetier-Gutachten will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) die Lebensbedingungen von Zootieren verbessern.

„Das Wohl der Tiere liegt mir am Herzen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Was im Stall gelten solle, müsse auch im Zoo beachtet werden.

Das Gutachten, das sein Ministerium an diesem Mittwoch in Berlin vorstelle, gebe Kriterien für die artgerechte Haltung von Zootieren im Einklang mit dem Tierschutzgesetz vor. „Tiere im Zoo hautnah live zu erleben, und Tiere im Zoo, die sich in ihrer Haut wohlfühlen - dies darf kein Widerspruch sein“, sagte Schmidt.

Zoos fürchten teure Investitionen

Zoo-Verantwortliche hätten die Befürchtung geäußert, durch das Gutachten zu teuren Investitionen gezwungen zu werden, schreibt die Zeitung. Das 300-seitige Gutachten habe zwar keine Gesetzeskraft - da sich die Kontrolleure der Veterinärämter aber daran orientierten, wirke es gleichwohl bindend. Danach sei nun beispielsweise für ein Eisbärpaar ein Außengehege von mindestens 400 Quadratmetern vorgesehen, Nashörner benötigten mindestens 1000 und Elefanten mindestens 2000 Quadratmeter.

„Grundsätzlich tragen wir das Gutachten mit, aber es kann viele Zoos in Schwierigkeiten bringen“, gab der Präsident der Gemeinschaft Deutscher Zooförderer, Dieter Rollepatz, in der Koblenzer „Rhein-Zeitung“ (Mittwoch) zu bedenken. Er sieht vor allem kleine Zoos überfordert. Eine neue Anlage für Elefanten etwa koste 10 bis 12 Millionen Euro. „Die Anforderungen an die Größen der Gehege sind teilweise verdoppelt worden“ - manche Zoos könnten deshalb künftig einige Tiere nicht mehr halten. Tierschützer kritisieren das „Säugetier-Gutachten“ indes als nicht weitreichend genug.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.