Weil der Internethandel zunimmt, entdecken Zöllner immer mehr verbotene Waren

Schmuggel per Postpaket

Guter Riecher: Zollhund „Keano“ sucht in Postpaketen nach versteckten Tabakwaren.

Hannover. Auf der Jagd nach Schmuggelware werden Zöllner in Niedersachsen wegen der Zunahme des weltweiten Internethandels immer öfter in Postpaketen fündig. Wie das Hauptzollamt Hannover mitteilte, fertigten die Beamten 2011 deutlich mehr Pakete als im Vorjahr ab. Dabei stießen sie reihenweise auf gefälschte Markenartikel und Arzneimittel und deckten Verstöße gegen den Artenschutz auf, etwa die verbotene Einfuhr von Schlangenlederprodukten.

Alleine bei dem für den Großraum Hannover zuständigen Zollamt Nord legte die Zahl der abgefertigten Pakete aus Ländern außerhalb der EU um 57 Prozent auf 21 800 zu.

Aber auch bei der klassischen Zollarbeit beim Blick in Urlaubergepäck oder der Kontrolle von Autos und Lastwagen wurden die Beamten fündig. Rund 140 000 Schmuggelzigaretten, über 100 Kilo Drogen, neun Tonnen Feuerwerkskörper ohne Prüfzeichen und 85 000 Liter unversteuerter Dieselkraftstoff gehörten zur Ausbeute.

Mitunter überraschte die Dreistigkeit der Täter: Mit seinem Jahresbedarf von 5700 Zigaretten wurde am Flughafen Hannover ein Urlauber bei der Rückkehr von den Kanarischen Inseln gestoppt, ein im November kontrolliertes Ehepaar hatte 6600 Zigaretten im Gepäck.

Auch der Kampf gegen die Schwarzarbeit gehört zur Aufgabe des Zolls - 3025 Strafverfahren und 1830 Bußgeldverfahren wurden im vergangenen Jahr im Bereich des Hauptzollamts Hannover abgeschlossen. Zumeist hatten die Betroffenen Sozialleistungen bezogen und parallel auch gearbeitet.

Das Gebiet des Hauptzollamtes reicht von Hameln bis Lüneburg. Insgesamt erzielten die 578 Zöllner 2011 Einnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro - zum Großteil aus der vollkommen korrekt deklarierten Ein- und Ausfuhr von Waren. (lni)

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