Nahverkehrsverbände kündigen Zwei-Stunden-Takt an

Schnellere Bahnverbindungen ins Ruhrgebiet: Konkurrenz für ICE und IC

Mit solchen Triebwagen soll der Ende 2016 geplante Zwei-Stunden-Takt der Direktverbindungen ins Ruhrgebiet ab 2018 laufen. Für den Übergang soll die DB Regio einspringen. Computergrafik: Abellio

Kassel. In gut zwei Stunden vom Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ohne Umsteigen zum Dortmunder Hauptbahnhof: Das schafft die Deutsche Bahn mit ihrem Fernverkehr nur noch dreimal am Tag.

Auf zwei ICE und einen IC zwischen 9 und 17 Uhr ist das Angebot der DB über die Jahre zusammengeschrumpft - dazu kommt abends um 21 Uhr eine Direktverbindung der privaten Eurobahn.

Jetzt haben die Betreiber der Rhein-Ruhr-Expresslinien in NRW zusammen mit dem nordhessischen NVV mehr Dampf angekündigt. Genauer gesagt: einen Zwei-Stunden-Takt auf der Linie RE 11 zwischen Kassel und Düsseldorf ab dem Fahrplanwechsel 2016. Zudem sind auf der Strecke neue komfortable Doppelstock-Triebwagen von Siemens angekündigt - allerdings erst zwei Jahre später.

Nach Informationen unserere Zeitung ging der politische Druck zur Verbesserung des Schienenangebots vor allem von NRW aus: Der Großraum Rhein/Ruhr leidet besonders unter täglichen Autostaus. Nordhessen profitiert von den Zwei-Stunden-Takt-Plänen am östlichen Ende der RE-11-Linie aber mit.

Die angepeilte Fahrzeit nach Dortmund wäre mit 2:14 Stunden ab Kassel im Vergleich zum aktuellen Regionalexpress um eine halbe Stunden kürzer. Nach europaweiter Ausschreibung ging der Zuschlag zum Betrieb der Verbindung RE 11 an die Abellio Rail NRW. Die Verträge sollen nach Angaben der Nahverkehrs-Zweckverbände im Westen und des NVV maximal 15 Jahre laufen.

Die Abellio Rail NRW ist Teil der Abellio GmbH, einem Verkehrsunternehmen mit Sitz in Berlin. Das wiedrum ist Tochter einer Holding in Utrecht, die die Aktivitäten der niederländischen Staatseisenbahn im Personenverkehr außerhalb der Niederlande koordiniert. In Deutschand bietet die Gruppe in Nordrhein-Westfalen und Sachsen Bus- und Bahndienstleistungen an.

Die Deutsche Bahn will auf der so genannten Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Ostthüringen offenbar die Reste ihre Fernverkehrs nicht noch weiter abbauen: Ab dem Fahrplanwechsel 2016 hat die DB drei mit Doppelstock-Intercity gefahrenen Zugpaare zwischen Rhein/Ruhr im Westen und Gera im Osten in Aussicht gestellt. Die Konzernpressestelle auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir möchten das gemeinsam im April 2013 vorgestellte Fahrplankonzept weiterhin umsetzen.“ Wobei offen scheint, was mit den Doppelstock-IC hinter Weimar wird. Dazu der Fahrgastverband Pro Bahn gegenüber unserer Zeitung: „Der aktuelle Stand ist, dass vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 keine Diesellokomotiven verfügbar sind, die geeignet wären, die derzeit geplantendrei mit Doppelstock-Intercity gefahrenen Zugpaare im Streckenabschnitt Weimar - Jena - Gera zu befördern.“

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