HNA-Meinung

Kommentar über Merkels Griechenland-Reise: Schönwetter in Athen

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Tibor Pézsa

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf Kurzbesuch in Athen. Einen Tag, nachdem das Land Milliarden an den Anleihemärkten einsammelte, will die CDU-Politikerin Ministerpräsident Antonis Samaras in seinem Sparkurs bestärken. Sie hat gute Gründe dafür. Denn scheitert Griechenland, zahlt Deutschland drauf - ein Kommentar von Tibor Pezsa.

Schädlicher als Kritik kann Beifall sein, jedenfalls wenn er von der falschen Seite kommt. Der Besuch der Bundeskanzlerin in Athen soll zwar das Not-Bündnis von Konservativen und Sozialisten stützen. Aber in den Augen vieler Griechen ist Angela Merkel nicht willkommen. Die Kanzlerin gilt ihnen als Fremdherrscherin, die Regierung in Athen als Merkels Erfüllungsgehilfe.

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Eine Woche vor der Europawahl am 25. Mai wird in Griechenland gewählt. Möglich, dass dann in Athen die linke Syriza ans Ruder kommt. Sie will einen neuen Schuldenerlass erzwingen. Immer unverhohlener lässt auch die gegenwärtige Regierung durchblicken, dass die Rettung anders verlaufen könnte als von Berlin geplant.

Hierzulande mag dies als Mischung von Unfähigkeit und bösem Kalkül erscheinen. Doch auch Merkel weiß, warum Griechenland wieder Kredite bekommt, bezeichnenderweise zu ungünstigeren Konditionen als die Euro-Partner sie Athen gewähren: Das Risiko liegt längst bei den sogenannten Partnern, allen voran Deutschland.

Lassen die Griechen die Kredite platzen, dann werden Bürgschaften fällig: Geld, das mittlerweile in unvorstellbaren Summen im Feuer liegt. Athen hat es in der Hand, ob wir weiter träumen können, dass wir vom Euro profitieren.

Ein guter Grund für Merkel, dort Schönwetter zu machen.

tpa@hna.de 

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