„heute journal“

Wer lügt beim Maaßen-Deal? Scholz im ZDF: Aussage „ein typischer Seehofer“

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Vizekanzler Scholz teilte gegen Seehofer aus.

Hat Seehofer die neue Lösung zur Versetzung Maaßens schon einmal vorgeschlagen? In einem Interview mit SPD-Vizekanzler Scholz wurde die Aussage von einer ZDF-Moderatorin noch einmal aufgegriffen.

Berlin - Es wird nicht langweilig rund um den Fall Maaßen und seine ursprüngliche Beförderung, die am Sonntagabend dann doch in eine Versetzung umgewandelt wurde: Kurz darauf folgte ein brisanter Satz von Seehofer, der nicht zum ersten Mal einige Fragen offen lässt. In einem Interview mit dem „heute journal“ wollte Moderatorin Marietta Slomka von SPD-Vizekanzler Olaf Scholz wissen, was genau hinter Seehofers Aussage steckt.

Mit der Frage „Wird diese neue Lösung denn der Partei insgesamt genügen?“ startete die ZDF-Moderatorin das Interview. Scholz gab daraufhin zu: „Die Koalition hat etwas mühevoll, wie man zugeben muss, eine neue Lösung gesucht. Die ist jetzt gefunden und ich glaube, dass es auch gut ist, dass nochmal nachgearbeitet wurde, nachdem eine Beförderung so offensichtlich bei so vielen Teilen der Bevölkerung auf wenig Verständnis gestoßen ist.“ 

Über alle aktuellen Entwicklungen im Fall Maaßen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

So weit, so gut. Wäre da nicht eine Aussage von Seiten Seehofers, die erneut für Aufruhr sorgt: Er teilte in einem Statement mit, er habe die nun gefundene Lösung selbst bereits in der ersten Verhandlungsphase ins Spiel gebracht. 

Wäre das hin und her bei Maaßen überhaupt nötig gewesen?

Das wollte Slomka im Interview mit Scholz dann noch etwas genauer wissen. „Die interessante Frage ist ja, ob dieses ganze Nachbearbeitungs-Drama in der Form überhaupt nötig gewesen wäre.“ Sie griff Seehofers Satz noch einmal auf und sagte daraufhin: „Da scheint Frau Nahles damals ja noch nicht zugegriffen zu haben, oder wie war das?“ Eine richtige Antwort gab es darauf nicht. Vielmehr versuchte Scholz, das Ganze geschickt zu umgehen. Er wäre natürlich nicht selbst dabei gewesen, habe sich aber gründlich mit Frau Nahles unterhalten. „Deshalb würde ich sagen, das buchen wir mal ab unter ‚Ein typischer Seehofer‘“. Ein „typischer Seehofer“? Will der SPD-Vizekanzler damit sagen, „dass Herr Seehofer die Unwahrheit sagt?“, bohrte die Moderatorin daraufhin nach. Doch Scholz antwortete nur in Rätseln: „Ich glaube, dass wichtig ist, dass jetzt diese Lösung gefunden wurde und dass sie nicht vorher möglich war.“ Aha, eine richtige Antwort gab es also auch auf diese Frage nicht. 

Doch Marietta Slomka ließ nicht nach: „Aber das wäre ja schon ein Ding, wenn er diese Lösung angeboten hätte, vielleicht noch mit ein paar Kleinigkeiten abweichend und Frau Nahles hätte nicht erkannt, dass das viel besser ist als Herrn Maaßen zum Staatssekretär zu befördern. Das wäre dann sehr schwer vermittelbar, wenn das so gelaufen wäre, oder?“ Scholz widersprach den Vermutungen daraufhin mit einem simplen „Wäre, wäre, wäre - und ist ja ganz anders.“ Es wäre richtig gewesen, dass die SPD-Parteiführung und die SPD-Parteivorsitzende „den Mut und die Kraft aufgebracht hat“, die Lösung als nicht ausreichend zu bezeichnen. 

Die ZDF-Moderatorin lässt nicht locker

Doch die ZDF-Moderatorin musste dann „nochmal nachhaken: ‚Wäre, wäre, wäre‘ - das wird Herr Seehofer nicht gerne hören, wenn Sie ihm unterstellen, er habe da irgendwas behauptet.“ Scholz daraufhin: „Ich glaube Herr Seehofer freut sich, dass diese Sache jetzt einer guten Lösung zugeführt ist.“

„Aber Sie merken schon, dass wir jetzt irgendwie schon wieder mittendrin in einem neuen Koalitionsstreit sind?“. Die Frage wäre jetzt nämlich, was da wie und wann gelaufen ist und besprochen wurde. Doch dann schien es dem SPD-Vizekanzler doch etwas zu viel zu werden: „Nein, auch wenn Sie sich sehr bemühen - und das ist sicherlich ganz interessant - aber ich glaube, Sie sollten das jetzt einfach mal auf sich beruhen lassen. Es ist mit sehr großen Anstrengungen eine vernünftige Lösung gefunden worden“. Scholz betonte noch einmal, dass das jetzt möglich gewesen wäre, vorher aber nicht. „Das ist ganz besonders der SPD-Parteivorsitzenden Andrea Nahles zuzurechnen“, fügte er noch hinzu. 

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nz

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