Beginn des neuen Schuljahrs: Nur noch rund 900 000 Schüler in Niedersachsen

Schülerzahlen sinken weiter

Hannover. „Lehnen Sie sich entspannt zurück, es folgen ein paar gute Botschaften“, meinte Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) und zählte diese bestens gelaunt auf: Unterrichtsversorgung gesichert, Lehrerstellen trotz sinkender Schülerzahlen gerettet, die neue Oberschule erfolgreich gestartet. Die Opposition dagegen warf Althusmann „Schönrederei“ vor.

Der Minister habe nur Zahlen geliefert, sei Antworten aber schuldig geblieben, kritisierte SPD-Schulexpertin Frauke Heiligenstadt gestern in Hannover. Wegen der ungelösten Frage der Honorarkräfte müssten Ganztagsangebote eingeschränkt werden, die Klassengrößen seien im Vergleich zu anderen Bundesländern viel zu hoch.

Niedersachsen sei auch bei der Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und bei Krippenplätzen Schlusslicht, schimpfte die Grünen-Kollegin Ina Korter. Die neue Oberschule löse keines der Probleme in Niedersachsen, stellte auch Linken-Schulexpertin Christa Reichwaldt fest.

132 neue Oberschulen

Ganz anders der Kultusminister. „Die neue Schulform wird hervorragend angenommen“, freute sich Althusmann. 132 Oberschulen würden jetzt ihre Arbeit aufnehmen, meistens seien diese aus zusammengefassten Haupt- und Realschulen hervorgegangen. 17 dieser Oberschulen böten einen Gymnasialzweig an.

Für Verwunderung bei Opposition und Verbänden sorgte allerdings, dass das Ministerium noch keine konkreten Zahlen über Schüler und Klassengrößen an den Oberschulen präsentieren konnte. Dazu seien erst genaue Erhebungen nach Unterrichtsbeginn nötig, hieß es entschuldigend.

Ansonsten präsentierte Althusmann reichlich Daten: Nur noch 901 550 Kinder und Jugendliche gehen im neuen Schuljahr auf die niedersächsischen Schulen. „Das sind zehn Prozent weniger als 2004“, rechnete der Minister vor. Gegenüber 2010/11 verringert sich die Zahl um 26 000, was freilich zum großen Teil dem doppelten Abiturjahrgang geschuldet ist. Einzig die Integrierten Gesamtschulen steigern dank der Neugründungen ihren Zulauf - um 11,8 Prozent auf 43 400 Schüler.

Dass die Zahl der ABC-Schützen gegenüber dem Vorjahr leicht auf 78 200 ansteigt, sei kein Lichtblick, erklärte der Minister. Das liege an dem schrittweisen Vorziehen des Einschulungsalters, in den nächsten Jahren würden die Erstklässler rapide weniger werden.

Trotz des Schülerrückgangs werden laut Althusmann alle freiwerdenden Lehrerstellen neu besetzt; fast 2100 frische Kräfte treten jetzt ihren Dienst an.

Von Peter Mlodoch

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