Die meisten Außenstellen des Amtes sollen geschlossen werden - Heute Klausurtagung

Schulbehörde soll schrumpfen

Weniger Verwaltung: Von den rund 700 Vollzeitstellen der Landesschulbehörde sollen über 100 wegfallen. Foto:  dpa

Hannover. Das niedersächsische Kultusministerium will die meisten der 25 Außenstellen der Landesschulbehörde schließen. Künftig soll es neben den vier Standorten Lüneburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück nur noch acht Regionalbüros geben. Dies sieht nach Informationen unserer Zeitung eine Vorlage des Ministeriums für die heute in Vienenburg beginnende Klausurtagung des CDU/FDP-Kabinetts vor.

Pläne, den Hauptsitz der Behörde von Lüneburg abzuziehen und nach Hannover zu verlegen, sind dagegen vorerst vom Tisch. Vor allem Teile der Koalitionsfraktionen hatten eine stärkere Anbindung der Landesschulbehörde an das Haus von Ministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) gefordert, um lange Entscheidungswege und Reibungsverluste, aber auch eine allzu selbstständige Arbeitsweise zu verhindern. Bei einem Umzug wäre auch der angestrebte Personalabbau leichter gefallen, weil dann wohl einige Mitarbeiter freiwillig auf einen neuen Dienstsitz in der Landeshauptstadt verzichtet hätten, hieß es.

Allerdings sei eine Verlegung mit Kultusstaatssekretär Bernd Althusmann (CDU), der aus Lüneburg kommt, nicht zu machen. Außerdem habe Lüneburg den Behördensitz als Kompensation für den Verlust der Bezirksregierung erhalten. Dies könne man nicht so ohne weitere rückgängig machen.

Lüneburg bleibt Hauptsitz

Beschlossene Sache ist dagegen die Auflösung der meisten Außenposten. Einige sind nur mit einer Halbtagskraft besetzt und schon heute nur schwer ansprechbar. Die künftigen Regionalbüros will das Ministerium zu effektiven Dienstleistern für die Schulen ausbauen. Vorgabe für die neue Struktur war daher unter anderen, dass jede Schule des Landes in 45, allerhöchstens aber 60 Minuten Pkw-Fahrzeit von einer der Außenstellen oder aber auch den vier Hauptstandorten erreichbar sein muss.

Bisherige Außenposten wie Wildeshausen, Vechta, Verden, Helmstedt, Peine, Burgdorf, Alfeld oder Winsen dürften daher allein schon wegen ihrer Lage bereits auf der Streichliste stehen. Das letzte Wort hat das Kabinett; es wird jedoch erwartet, dass die im Klosterhotel Wöltingerode in Vienenburg versammelte Ministerrunde dem Kultusressort den Auftrag erteilt, das vorgestellte Konzept nun in die Tat umzusetzen. Die Zahl der Vollzeitstellen soll damit von derzeit rund 700 auf unter 600 gesenkt werden.

Am Rande des Harzes will das Kabinett laut Aussage von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) die Weichen für die „Zukunft Niedersachsens 2020“ stellen. Um konkrete Sparbeschlüsse geht es noch nicht, dazu will und muss man erst die Ergebnisse der Steuerschätzung im Mai abwarten. Allerdings will die Regierung Strukturreformen für die Landesverwaltung anstoßen, um langfristig vor allem die Personalkosten zu senken. Wulff denkt auch an eine drastische Reduzierung der Lehrerposten, wenn in wenigen Jahren die Schülerzahlen rapide sinken.

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