Mehr als zwei Billionen

Schulden von öffentlichen Haushalten steigen

Wiesbaden - Mehr als zwei Billionen Euro Schulden haben die öffentlichen Haushalte in Deutschland. Am stärksten stiegen 2012 die Verbindlichkeiten der Länder.

Bund, Länder und Gemeinden haben 2012 mehr Schulden gemacht als im Vorjahr. Ende vergangenen Jahres waren die öffentlichen Haushalte in Deutschland mit mehr als zwei Billionen Euro verschuldet. Exakt waren es 2 071,8 Milliarden Euro. Das waren 2,1 Prozent mehr als Ende 2011, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Die Schulden des Bundes erhöhten sich 2012 um ein halbes Prozent auf 1,29 Billionen Euro. Die Länder waren mit 649 Milliarden Euro verschuldet, ein Plus von fünf Prozent. Die Verschuldung der Gemeinden stieg um 2,8 Prozent auf 133,6 Milliarden Euro.

Trotzdem hatten die Gemeinden Ende vergangenen Jahres Geld übrig. Laut vierteljährlicher Kassenstatistik, die ebenfalls am Freitag veröffentlicht wurde, schlossen die Kommunen ihre Bücher 2012 mit einem Überschuss von 0,9 Milliarden Euro. 2011 hatten die Wiesbadener für die kommunalen Kern- und Extrahaushalte noch ein Defizit von 2,9 Milliarden Euro errechnet.

Die Abweichung erklärte Destatis so: In der einen Statistik würden auch nicht zahlungswirksame Schulden erfasst - zum Beispiel, wenn ein ausgegliederter Betrieb mitsamt seinen Schulden in kommunale Trägerschaft zurückkehrt. In die andere Statistik fließen nur tatsächliche Zahlungsvorgänge ein, also „wenn wirklich Geld fließt“.

Das Einnahmeplus der Kommunen speiste sich vor allem aus höheren Steuereinnahmen. Die gute Wirtschaftslage spülte 6,6 Prozent mehr Geld in die Kommunalkassen. Rund die Hälfte der 74,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen stammte aus der Gewerbesteuer. Die Einnahmen aus dieser für die Kommunen wichtigsten Steuer stiegen um 5,9 Prozent.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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