Schuldirektoren warnen vor Rückkehr zu G9

Wiesbaden. Ministerpräsident Bouffier hat die Diskussion um die Schulzeit bis zum Abitur neu entfacht. Die Direktoren der Gymnasien in Hessen warnen aber vor einer Rückkehr zu G9. Sie wünschen sich Ruhe und Verlässlichkeit in der Schulpolitik.

Die Direktoren der Gymnasien in Hessen sind weiterhin für eine zwölfjährige Schulzeit bis zum Abitur. „Wir warnen vor einer Rückkehr zu G9. Definitiv“, sagte die Vorsitzende der Landesdirektorenkonferenz für Gymnasien, Elisabeth Waldorff, der Nachrichtenagentur dpa. Wenn, wie von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vorgeschlagen, die Gymnasien zwischen acht- und neunjähriger Schulzeit wählen könnten, führe dies zu einem Zwei-Klassen-Schulsystem, sagte die Direktorin der Wiesbadener Martin-Niemöller-Schule (Oberstufengymnasium).

„In Hessen ist eine einigermaßen vernünftige Einführung der G8 gelungen“, sagte Waldorff. Sie räumte jedoch ein, dass es durchaus „Verwerfungen“ gegeben habe. Derzeit mache gerade der erste Jahrgang nach nur zwölfjähriger Schulzeit das Abitur. „Dieser Jahrgang ist weit davon entfernt, schlechter zu sein als früher.“ So seien diese Schüler weitaus besser darauf vorbereitet gewesen, in der Oberstufe auch am Nachmittag Unterricht zu haben. Denn sie profitierten davon, dass sie diese Erfahrung bereits in der Mittelstufe gemacht hätten: „Die kennen das schon.“

Sie höre nur von Direktoren, die die Rückkehr zu G9 vehement ablehnten, sagte die Schulleiterin. Schließlich seien die Lehrpläne für die zwölfjährige Schulzeit bis zum Abitur mit großem Aufwand neu geschrieben worden. Einfach wieder die alten Lehrpläne von G9 zu nehmen, sei nicht möglich. Ausdrücklich wandte sich Waldorff auch gegen die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9. „Es darf auf keinen Fall ein Parallelsystem geben.“

Die Vorsitzende der Landesdirektorenkonferenz sagte, der Vorstoß von Bouffier habe sie nicht überrascht. Dass G9 wieder ins Gespräch komme, habe sich schon bei Gesprächen der Direktoren mit der CDU-Fraktion vor Wochen angedeutet. Sie kritisierte, dass der Vorschlag wieder Unruhe an die Schulen bringe. „Wir wünschen uns, dass Ruhe und Verlässlichkeit wieder in der Schulpolitik einkehrt“, sagte Waldorff. (dpa)

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