Ärztetag spricht Warnung aus

Corona-Impfungen für Schüler: Ärzte sehen Recht auf Bildung in Gefahr

Kinder und Jugendliche werden durch die Corona-Pandemie besonders bedroht. Der Ärztetag sieht nun auch das „Recht auf Bildung“in Gefahr. / In der Corona-Krise sitzt eine Jugendliche zu Hause in Bonn an ihren Schulaufgaben.
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Kinder und Jugendliche werden durch die Corona-Pandemie besonders bedroht. Der Ärztetag sieht nun auch das Recht auf Bildung in Gefahr.

Nun warnt der Ärztetag: Der Besuch von Schule und Kita im Winter sei nur durch eine Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.

Kassel - Eine Warnung - und Forderung - des Ärztetages 2021 sorgt für besondere Aufregung: Beides betrifft die Corona-Krise und ihren Einfluss auf Schulen und Kitas. Kinderärzte, Lehrer, Psychiater und viele mehr sehen die geistige und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schon länger durch die Corona-Pandemie bedroht. Der Ärzterat verweist nun allerdings auf eine Gefahr für das Recht auf Bildung.

„Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen Covid-19-Impfung gesichert werden“, heißt es im Beschlussprotokoll des 124. Deutsche Ärztetag 2021 (I-19). Immer wieder sprachen und sprechen Politiker davon, dass es so etwas wie einen „Impfzwang“ nicht gäbe und niemandes Grundrechte durch eine fehlende Impfung beeinträchtigt würden.

Corona-Impfung für Schüler: Recht auf Bildung durch Corona-Krise in Gefahr?

So sagte etwa der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer, es sei Unsinn, „dass diejenigen, die sich nicht impfen lassen, ihre Grundrechte verlieren sollen.“ Das Recht auf Bildung ist allerdings im Grundrecht verankert und laut Ärztetag nun in Gefahr, oder? Ganz so einfach ist es wohl nicht. Der Ärztetag verweist eindeutig auf das Recht auf Bildung im Zusammenhang mit einem Schul- oder Kitabesuch. Ihnen geht es demnach vor allem um die Präsenz in den einzelnen Einrichtungen.

Gerade der fehlende Präsenzunterricht und weitere Lockdowns könnten allerdings „zu weiteren gravierenden negativen Folgen für die kindliche psychische Entwicklung“ führen. Diese Gefahr könne nicht durch eine sogenannte „Durchseuchung“ (Erkrankung und Genesung) erreicht werden, sondern nur durch rechtzeitige Impfungen.

Außerdem sei nicht nur die geistige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Gefahr - auch die Gefahr durch eine Infektion dürfe nicht unterschätzt werden. „Auch Kinder und Jugendliche haben deutliche gesundheitliche Risiken infolge einer Sars-Cov-2-Erkrankung“, heißt es dazu im Beschlussprotokoll. Auch der Ethikrat hatte kritisiert, dass Kinder und Jugendliche durch die Freiheiten für Corona-Geimpfte „doppelt im Nachteil“ seien.

BezeichnungCorona-Pandemie
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19

Kinder und Jugendliche sollen mit Corona-Impfung zur Herdenimmunität beitragen

Mehr noch könne eine Durchseuchung nicht zur Bildung einer Herdenimmunität führen. 14 Prozent der Bevölkerung in Deutschland seien allerdings Kinder und Jugendliche - für die es derzeit keine Impfstoffe gibt. Der Ärztetag fordert deshalb die Bundesregierung dazu auf, eine Impfstrategie für die jüngere Generation zu entwerfen und die Forschung in diesem Bereich zu unterstützen.

Gleichzeitig entsteht durch partielle Lockerungen der Corona-Maßnahmen für Geimpfte eine Spaltung in der deutschen Gesellschaft: Eine „gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe“ könnten laut Ärzteblatt nur jene Familien erlangen, bei denen die Kinder geimpft seien. (Jennifer Greve)

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