Schulz: Europa droht "verlorene Generation"

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Martin Schulz ist Präsident des Europäischen Parlaments.

Aachen - Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, sieht die Politik in der Pflicht, jungen Europäern eine Zukunft zu geben.

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, sieht die Politik in der Pflicht, jungen Europäern eine Zukunft zu geben. „Es ist eine Schande, dass in unserer Mitte eine verlorene Generation aufzuwachsen droht“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Aachen bei der Karlspreisverleihung an die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite. Europa sei der reichste Kontinent der Welt. Junge Menschen bezahlten mit ihren Lebenschancen für eine Krise, die sie nicht verschuldet hätten. In einigen EU-Ländern sei jeder zweite junge Mensch arbeitslos. Diese Generation müsse mindestens so wie Banken als systemrelevant betrachtet werden.

Karlspreis an Litauens Dalia Grybauskaite

Für ihre bedeutenden Verdienste um die europäische Einigung hat die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Das Direktorium zeichnete die 57-Jährige am Donnerstag aus - „in Würdigung ihrer bedeutenden Verdienste um die Europäische Union und die integrative Entwicklung im Ostseeraum“, wie es auf der Urkunde hieß.

Mit einem rigiden Sparprogramm habe die frühere Haushaltskommissarin Litauen aus der Wirtschaftskrise geführt und strebe jetzt mit ihrem Land trotz aller Verunsicherung durch die Schuldenkrise die Aufnahme in die Eurozone an, hieß es in der Begründung.

Grybauskaite sei eine Ausnahmepolitikerin, die ihrem Volk diene und sich um Europa verdient gemacht habe, sagte der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, in seiner Laudatio. Der Preis ehre auch das litauische Volk, „das erhobenen Hauptes unter vielen Entbehrungen eine Wirtschaftskrise bewältigt hat“. Mit seinem unerschütterlichen Vertrauen in die EU seien die Menschen in Litauen ein Beispiel, sagte Schulz.

Mit Grybauskaite würdigt der Preis auch die Entwicklung der anderen baltischen EU-Mitgliedsländer Estland und Lettland. Die jungen Demokratien hätten auf dem Weg in die EU Beeindruckendes geleistet, auch bei der Überwindung der Schuldenkrise.

dpa

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