Erstes Wohnviertel mit Blockheizkraftwerken soll Stromschwankungen ausgleichen

Schwarm aus Mini-Kraftwerken

Unter Strom: Mit zwei Stromsteckern nahmen Lichtblick-Chef Christian Friege und Ministerpräsident David McAllister symbolisch einen Schwarm aus Mini-Kraftwerken in Betrieb. Foto: dpa

Celle. Als erstes Wohnviertel in Niedersachsen ist der Celler „Veilchengrund“ ans Netz der sogenannten Zuhause-Kraftwerke gegangen. Ministerpräsident David McAllister nahm dort am Mittwoch 13 der kleinen Blockheizkraftwerke offiziell in Betrieb.

Die von Volkswagen und dem alternativen Energieversorger Lichtblick entwickelten Mini-Kraftwerke liefern gleichzeitig Wärme und Strom. Dabei verbraucht der Gasmotor laut Lichtblick bis zu 40 Prozent weniger Energie als herkömmliche Anlagen. Der CO2-Ausstoß soll sogar um bis zu 60 Prozent sinken.

174 Wohnungen

„Die intelligente Vernetzung dezentraler Mini-Kraftwerke ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Energie und Emissionen einzusparen und dabei die Kosten zu senken“, erklärte McAllister. Das trage dazu bei, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen, betonte er in Celle. Insgesamt gingen dort 36 Mietshäuser mit 174 Wohnungen ans Netz.

Die 13 Anlagen in Celle erzeugen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 0,24 Megawatt flexibel verfügbaren „Schwarmstrom“. Dieser soll gezielt zum Ausgleich schwankender Wind- und Sonnenenergie ins Stromnetz eingespeist werden. Die Anlagen werden zentral von Lichtblick aus Hamburg gesteuert. Sie sollen verstärkt eingesetzt werden, wenn Flaute oder bedeckter Himmel die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie beeinträchtigen.

100 000 Mini-Kraftwerke

Volkswagen und Lichtblick wollen in den nächsten Jahren bundesweit rund 100 000 derartiger Mini-Kraftwerke verkaufen. Mit einer elektrischen Gesamtleistung von 2000 Megawatt solle dabei mit der Energie aus dem Heizkeller die Kapazität von zwei Atomkraftwerken ersetzt werden, hieß es zu Beginn der Kooperation. Der Wirkungsgrad des von Volkswagen in Salzgitter produzierten Gasmotors liegt nach Angaben von Lichtblick bei 93 Prozent.

In Hamburg, Berlin und nun in Niedersachsen seien bislang 250 Zuhause-Kraftwerke installiert worden, jede Woche kämen bis zu zehn weitere Anlagen dazu. (lni)

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