Schwarzenberg: "Euro ist kein Fetisch"

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Karel Schwarzenberg

Prag - Die Existenz Europas hängt nach Einschätzung des tschechischen Außenministers Karel Schwarzenberg nicht am Fortbestand Gemeinschaftswährung.

 “Natürlich wird es eine schwere Krise geben, wenn es nicht gelingt, den Euro zu erhalten. Aber daran wird Europa nicht zugrunde gehen“, sagte er in einem Interview mit der “Rheinischen Post“ (Samstag). Tschechien gehört bislang, anders als die Nachbarländer Slowakei, Österreich und Deutschland sowie 14 weitere EU-Staaten, nicht zur Eurozone.

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Direkt auf die Warnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel angesprochen, wenn der Euro scheitere, scheitere Europa, sagte Schwarzenberg: “Aber nein, lassen wir die Kirche doch im Dorf! Europa, das ist ein politisches Projekt. Dass dieses Projekt auch ökonomisch ein riesiger Erfolg wurde und der Euro ein überaus wichtiges Instrument bei dieser Entwicklung, ist richtig, aber der Euro war nicht das oberste Ziel, daher sollten wir ihn jetzt auch nicht zum Fetisch machen, an dem angeblich alles hängt.“

Das Interview wurde am Wochenende in den tschechischen Medien mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen und in allen wichtigen Internet-Nachrichtenportalen ausführlich zitiert. Schwarzenberg gilt in Prag als der positiv gegenüber EU und Euro eingestellte Gegenpol zum Euro-kritischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus, aber auch zum gemäßigt Euro-kritischen Premier Petr Necas.

Tschechiens Beteiligung an dem auf dem jüngsten Euro-Gipfel beschlossenen Notfallplan wackelt. Necas wollte sich am vorigen Dienstag nicht darauf festlegen, ob sich sein Land dem in der vorigen Woche in Brüssel beschlossenen Pakt überhaupt anschließen wird. “Nachdrücklich zu erklären, dass wir ein unbeschriebenes Blatt Papier unterschreiben werden, wäre eine sehr kurzsichtige politische Entscheidung“, hatte Necas in Prag gesagt.

dpa

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