Schauspieler will Flüchtlingsheim aufbauen

Til Schweiger, der Mann, der bewegt

Flüchtlings-Initiative stößt auf Gegenliebe: Til Schweiger (51).

So ist das oft bei ihm: Til Schweiger macht den Mund auf – und „kriegt eins auf die Fresse“, wie er es selbst formuliert.

Manchmal dafür, weil er nuschelt. Manchmal für das was er von sich gibt, etwa wenn er das „empathielose Pack“ auf seiner Facebook-Seite „zum Kotzen“ findet. Zwei Wochen sind die Einträge zu den ausländerfeindlichen Kommentaren im sozialen Netzwerk alt, nun will er ein „Vorzeigeflüchtlingsheim aufbauen“.

Der 51-Jährige gebürtige Freiburger polarisiert. Er sehe sich als „Der Mann, der bewegt“, sagte er, als die gleichnamige Biografie erschien. Er mochte den Titel des Buches nicht nur wegen der Anspielung auf den Kinoerfolg „Der bewegte Mann“, der ihn 1994 – nach „Lindenstraße“ und „Manta, Manta“ – einem größerem Publikum bekanntmachte. Nachdem er mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“ seinen größten Kinoerfolg auf die Leinwand brachte, engagiert er sich jetzt in Sachen Asyl – ein Drahtseilakt zwischen Hilfe und Eigen-PR.

Der Spendenaufruf für Flüchtlinge auf seiner Facebook-Seite war nicht das erste Mal, dass sich der Hamburger NDR-Tatort-Kommissar öffentlich zu gesellschaftlichen Themen geäußert hat. Im ZDF-Talk mit Markus Lanz forderte der vierfache Vater 2011 einen härteren Umgang mit Sexualstraftätern. Von der Mutter seiner Kinder, dem Model Dana Carlsen, ist er bereits geschieden.

Nun die Flüchtlingsunterkunft. Mit Freunden will er in Osterode in der alten Rommel-Kaserne, ein „Vorzeigeheim für Flüchtlinge“ aufbauen. Erworben wurde die Kaserne 2014 von „Princess of Finkenwerder“ mit Sitz in Stade. Geschäftsführer Wolfgang Koch sei ihm „freundschaftlich verbunden“, heißt es. Der Finanzdienstleister will Sanierung und Instandsetzung sowie die Vermietung der Liegenschaft übernehmen. Unklar ist, ob er als Betreiber der Landeseinrichtung infrage kommt. Das Land möchte die Kaserne für zehn Jahre pachten und dort eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung schaffen, hieß es. Offen ist, ob Schweiger sich an den Kosten beteiligt.

Eigentlich wollte er sich nicht zum „Sprachrohr für Flüchtlinge“ machen, erklärte er in der Bild am Sonntag. „Was ich an Reaktionen sehe, ist so bitter. Da mache ich jetzt Stimmung. Dafür kriege ich viel auf die Fresse. Aber das ist mir egal.“ (dpa/mwe)

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