Schweinegrippe-Impfstoff im Wert von 23 Millionen Euro wird entsorgt

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Zu viel gekauft: Dieses Foto zeigt eine Arzthelferin, die eine Spritze mit Pandemrix-Impfstoff füllt. Dieses Präparat wurde auch in Niedersachsen verwendet.

Hannover. Das Land Niedersachsen bereitet die Vernichtung von Schweinegrippe-Impfstoff im Wert von 23 Millionen Euro vor. Die Medikamente waren zum Schutz der Bevölkerung angeschafft worden, nur ein kleiner Teil wurde tatsächlich benutzt. Nun läuft die Haltbarkeit ab.

„Niedersachsen hatte rund 3,3 Millionen Impfstoffdosen erworben“, sagt Thomas Spieker, Sprecher des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Verimpft worden seien aber nur 660 000 Dosen.

Die Kosten für diese Präparate, 5,5 Millionen Euro, haben die Krankenkassen übernommen. Auf den verbliebenen Kosten bleibt das Land und damit der Steuerzahler sitzen.

Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) hatte vorgeschlagen, den Impfstoff zu verkaufen. Doch daraus wurde laut dem Gesundheitsministerium nichts: Auch in potenziellen Käuferländern wie Pakistan sei die Schweinegrippe-Welle schnell vorbei gewesen.

Laut dem Gesundheitsministerium wurden die verbliebenen Dosen zentral eingelagert oder bereits durch Apotheken und Arztpraxen vernichtet.

Obwohl nur ein geringer Teil der Medikamente tatsächlich benötigt wurde, weist das Gesundheitsministerium Kritik zurück: Den Kauf großer Mengen des Impfstoffes habe man als Pflicht für den Infektionsschutz der Bevölkerung angesehen, sagt Spieker: „Man verzichtet auch nicht auf Brandmelder, nur weil es noch nicht gebrannt hat.“

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