Nach dem Scheitern in Bayern muss die Partei am nächsten Sonntag bangen

Schwerer Dämpfer für die FDP

München / Berlin. Nach der schweren Wahlniederlage in Bayern ist die FDP nun mit Blick auf die Bundestagswahl zu einem Sorgenkind für Kanzlerin Angela Merkel geworden. Nichts wünschen die CDU-Wahlkampfstrategen weniger als eine Zweit-Stimmen-Kampagne zugunsten der Liberalen, die wiederum auf exakt diese Taktik setzen.

So warnte FDP-Bundesvorsitzender Philipp Rösler gestern Abend schon davor, dass ein Scheitern der FDP auf Bundesebene allein SPD-Chef Sigmar Gabriel nützen würde. Gabriel würde damit zum mächtigsten Mann in Deutschland, der Merkel seine Konditionen für eine große Koalition diktieren könne, prophezeite Rösler in Berlin und spornte seine Parteifreunde an, sich ins Zeug zu legen.

Die CDU dagegen fürchtet, von der FDP runtergezogen zu werden - jetzt, wo der glänzende Sieg der CSU in Bayern die Hoffnung auf einen eigenen Wahlerfolg nährt. „Die Zweitstimme, das ist die entscheidende Stimme im Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse im Land. Die ist gleichsam Merkel-Stimme“, gab CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe gestern die Richtung vor. Deshalb werbe die CDU um beide Stimmen.

Nach ihrem großen Erfolg von 14,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2009 flog die FDP seit 2011 aus sechs Länderparlamenten. In Baden-Württemberg verlor sie die Beteiligung an der Regierung. Gemeinsam mit der CDU regiert sie derzeit nur in Hessen und Sachsen. Seit 2012 ging es allerdings wieder aufwärts: In Schleswig-Holstein und NRW holte die FDP über acht Prozent, im Januar 2013 in Niedersachsen sogar 9,9 Prozent

Das schenkt den hessischen Liberalen leise Hoffnung. Das bayerische Ergebnis bestätige „unsere Feststellungen, dass die Hessenwahl noch lange nicht entschieden ist“, sagte Landeschef Jörg-Uwe Hahn gestern Abend. Die FDP wolle ihre Leistungen noch stärker herausstellen. Der Bundes-FDP bleibt ein anderer Zweckoptimismus: Auf Bundesebene hat die Partei die Sperrklausel bislang immer überwunden.

Von Tatjana Coerschulte

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