Eklat bei Wahlkampfveranstaltung

Seehofer: WDR-Team muss "raus aus Bayern"

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Horst Seehofer fordert vom WDR-Intendanten eine Stellungnnahme.

München – Eine wütende Äußerung von Horst Seehofer über ein Kamerateam sorgt für Spannungen im Wahlkampf. „Das geht so nicht. Die müssen raus aus Bayern“, sagte der CSU-Chef laut Augenzeugen über die Journalisten des WDR-Magazins „Monitor“.

Knapp drei Wochen vor der Landtagswahl attackiert CSU-Chef Horst Seehofer den WDR. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Würzburg wollte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) Fragen eines ARD-Fernsehteams zur Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag nicht beantworten, wie die „Main-Post“ (Montag) berichtete. Stamm fühlte sich von den Reportern der WDR-Sendung „Monitor“ bedrängt und informierte CSU-Chef Horst Seehofer. Der erklärte dem „Main-Post“-Bericht zufolge anschließend: „Das geht so nicht. (...) Die müssen raus aus Bayern.“

Seehofer zog sich mit seiner Äußerung scharfe Kritik zu - vom Koalitionspartner FDP ebenso wie von SPD und Grünen. „Sollten die Medienberichte zutreffen, wonach Horst Seehofer die Berichterstattung des ARD-Politmagazins "Monitor" beeinflussen wollte, ist das ein unerhörter Vorgang“, erklärte FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß. Die Grünen warfen Seehofer Entgleisung vor. „Dieser Ministerpräsident ist unter Bayerns Würde“, kritisierte Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause. „Auch die CSU in Bayern muss sich kritischen Fragen stellen und kann nicht einfach Journalisten rauswerfen, die ihr nicht passen“, betonte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn bemängelte, dass Interviewtermine zu unliebsamen Themen aus allen politischen Lagern oftmals abgelehnt würden. „Mag sein, dass unsere Fragen für hohe politische Amtsträger manchmal unbequem sind. Aber wir stellen sie, auch in Bayern“, teilte Schönenborn mit. Er sehe mit Sorge, wie oft bei unbequemen Themen aus allen politischen Parteien Interviewtermine trotz mehrfacher Anfragen immer wieder verweigert würden. „Und das ist leider nicht nur ein bayerisches Problem.“

Die CSU-Landesleitung betonte, es habe keine Einflussnahme auf die Berichterstattung gegeben. „Horst Seehofer hat sein Missfallen über das unangemessene Auftreten des Monitor-Teams zum Ausdruck gebracht. Es ging nicht um Inhalte, sondern um die Einhaltung der Anstandsregeln.“

Der beteiligte „Monitor“-Redakteur Stephan Stuchlik sagte zu dem Zwischenfall: „Ich finde es als gebürtiger Bayer seltsam, dass man mich aus meinem Heimatland rauswerfen will.“ Das Team habe die Fragen korrekt und höflich gestellt - Stamm habe nicht antworten wollen, sondern lediglich auf die Webseite des Landtags verwiesen. „Ich halte es für vollständig legitim, dass man die Verweigerung einer Antwort und den Verweis auf die Webseite nicht einfach so hinnimmt, sondern nachfragt.“

Landtagspräsidentin Stamm hingegen sagte: „Wenn das nicht unhöflich war, dann weiß ich nicht, was Höflichkeit ist. Jeder kann mir kritische Fragen stellen, aber ich erwarte, dass die Formen des Anstands gewahrt bleiben.“ Das Team habe nicht einmal gefragt, ob ein Interview möglich sei, sondern sei mit laufender Kamera auf sie zugekommen.

In den vergangenen Monaten hatte es im Laufe der Verwandtenaffäre mehrfach Auseinandersetzungen der Landtagspräsidentin mit Medienvertretern. Auch Seehofer ist immer wieder mit Journalisten aneinandergeraten. Das ZDF musste sich im Mai entschuldigen, weil Moderator Claus Kleber im „heute-journal“ behauptet hatte, FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß sei aus einem CSU-Werbefilm herausgeschnitten worden - was laut CSU nicht stimmte.

Der langjährige CSU-Sprecher Hans Michael Strepp wiederum hatte im Oktober 2012 seinen Posten geräumt, nachdem er laut ZDF versucht hatte, Einfluss auf die TV-Berichterstattung über den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude zu nehmen.

dpa

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