CSU-Chef würde in Opposition gehen

SPD spottet über Seehofers Offerte

CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Spitzenkandidat Christian Ude.

München - CSU-Chef Seehofer will dem Wähler Klarheit signalisieren und damit dem Schicksal Röttgens entgehen. Im Notfall gehe er auch in die Opposition. Die SPD reagiert mit Spott.

Mit seiner Ankündigung, notfalls auch in die Opposition zu gehen, hat sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Spott und Häme der SPD zugezogen. „Wenn ich mich dafür entscheide, 2013 anzutreten, dann stehe ich auch für die komplette Amtszeit zur Verfügung - ob mich die Bevölkerung als Ministerpräsident will oder in der Opposition“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). SPD-Spitzenkandidat Christian Ude reagierte prompt: Er freue sich „auf Seehofer als Oppositionsführer“, sagte der Münchner Oberbürgermeister dem Bayerischen Rundfunk.

Seehofer hatte den vor wenigen Wochen in Nordrhein-Westfalen gescheiterten CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen scharf kritisiert, weil dieser seine Zukunft für den Fall einer Wahlniederlage offen gelassen hatte. Entsprechend stellte der CSU-Chef jetzt klar, dass er seine Rolle nach der Landtagswahl so annehme, wie es die Bürger an den Urnen entscheiden. „Ich meine das ernst“, betonte er in der „Süddeutschen Zeitung“. Im Sender Bayern 2 kommentierte Ude die Aussagen Seehofers mit Häme: „Das ist dann ein Oppositionsführer, den ich immer fragen kann, warum er das, was er jetzt fordert, in seiner eigenen Amtszeit nicht zustande gebracht hat.“

Ude steht nicht für Opposition zur Verfügung

Der SPD-Fraktionschef im Landtag, Markus Rinderspacher, setzte noch einen drauf: „Ich begrüße, dass Horst Seehofer Interesse an der Oppositionsführung im Bayerischen Landtag anmeldet“, sagte Rinderspacher der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch). „Der Kampf um meine Nachfolge ist damit eröffnet.“ Als sein designierter Nachfolger könne Seehofer „bei Fragen zu parlamentarischen Abläufen stets auf mich zukommen“.

Seehofer setzte sich mit seiner Ankündigung allerdings auch von Ude ab, der nach der Wahl nur als Regierungschef weitermachen möchte. Er stehe wie die Ex-CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber nicht als Oppositionsführer zur Verfügung. Nach ihren gescheiterten Kanzlerkandidaturen hätten beide auch nicht die Oppositionsrolle übernommen, meinte Ude. „Das ist bei mir ebenso.“

CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid ist ohnehin davon überzeugt, dass Seehofer nach der Landtagswahl 2013 nicht in die Opposition gehen muss. „Die Frage stellt sich nicht. Wir erwarten, dass dieser Fall nicht eintritt“, sagte Schmid in München. Die CSU werde die Wahl im Herbst 2013 gewinnen und dabei auch ein wesentlich besseres Ergebnis holen als 2008. „Das nimmt seinen guten Gang.“

dpa

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